Interview mit André Lindemann, Präsident des BDÜ

Im Rahmen unserer Serie “People who rock the industry” haben wir André Lindemann, Präsident des BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) interviewt. Die Englische Übersetzung ist hier verfügbar.


A.LindemannHallo André. Vielen Dank für Ihre Zusage für dieses Interview. Können Sie uns etwas über Ihren Background und Ihre Karriere erzählen? Wer sind Sie und wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Ich bin unweit der deutsch-polnischen Grenze in der Mark Brandenburg aufgewachsen, wo ich auch jetzt wieder meinen Lebensmittelpunkt habe. Mittlerweile bin ich in der zweiten Hälfte meines Lebens angelangt, glücklich verheiratet und habe einen inzwischen erwachsenen Sohn.

Ursprünglich wollte ich nach meiner Schulzeit ein Studium der Kriminalistik aufnehmen. Dann habe ich mich Anfang der 80er Jahre von meinem zukünftigen Dienstherrn – dem  Innenministerium der ehemaligen DDR – überreden lassen, es doch mit einem Hochschulstudium zum Diplom-Sprachmittler (Dolmetscher und Übersetzer) zu versuchen, welches ich an der Universität Leipzig 1986 für die Sprachen Polnisch und Russisch abgeschlossen habe. Anschließend habe ich im Innenministerium bis Ende 1990 für alle Bereiche des Ressorts (Polizei, Strafvollzug, Feuerwehr usw.) gedolmetscht und übersetzt. Nach der politischen Wende und einer dreijährigen Phase des ständigen Arbeitsplatzwechsels und der beruflichen Orientierung bin ich letztendlich im Jahr 1994 wieder als angestellter Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei gelandet.

Sie sind Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei des Landes Brandenburg und nebenher selbstständig tätig. Können Sie uns einen typischen Tagesablauf beschreiben?

Wenn keine Dolmetscheinsätze außerhalb der üblichen Bürodienstzeiten oder des Sitzes der Dienststelle anstehen, fahre ich morgens über die Grenze nach Polen in mein Büro im Gemeinsamen Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko und unterstütze dort mit meinen Übersetzungen die Kollegen im internationalen polizeilichen Rechtshilfeverkehr oder bei der Koordinierung der deutsch-polnischen polizeilichen Zusammenarbeit. Mehrmals wöchentlich sind Gespräche, Arbeitsberatungen, Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen mit Vertretern polnischer und deutscher Sicherheitsbehörden (Polizei, Grenzschutz, Zoll, Staatsanwaltschaften etc.) zu dolmetschen. An meiner beruflichen Tätigkeit liebe ich gerade diese Abwechslung zwischen dem Dolmetschen und Übersetzen besonders.

Die nebenberufliche selbstständige Tätigkeit ist bei mir derzeit auf das Wahrnehmen von Terminen zum Dolmetschen bei Gerichten und das Übersetzen für einige wenige Stamm- und Neukunden beschränkt.

Den überwiegenden Teil meiner Freizeit widme ich meiner Arbeit für den BDÜ. Wie die gesamte Branche befindet sich auch der Verband in einer Phase des Wandels, den ich durch meine Tätigkeit aktiv mit gestalten darf. Die kollegiale Zusammenarbeit in den Verbandsgremien in nahezu familiärer Atmosphäre bringt mir – verbunden mit den meist positiven Ergebnissen der Arbeit, eine extrem große Zufriedenheit.

Ihre Fremdsprachen sind Russisch und Polnisch. Warum nicht auch Englisch? Wie kommt man heute, in 2013, in diesem Beruf ohne Englisch zurecht?

Mittlerweile arbeite ich als Dolmetscher sogar nur noch mit einer Arbeitsfremdsprache – Polnisch. Ich fertige zwar noch Übersetzungen aus der russischen Sprache an, bin dort aber nicht mehr als Dolmetscher tätig, weil mir nach Jahrzehnten ohne entsprechende Tätigkeit die notwendige Praxis fehlt.

In der beruflichen Praxis komme ich ganz gut ohne Englisch zurecht, dort habe ich es fast ausschließlich mit deutschen und polnischen Polizeibediensteten zu tun. Anders sieht es in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den BDÜ aus, in der mein Englisch gerade bei internationalen Treffen und Konferenzen nicht immer ausreicht und leider die wenigsten Teilnehmer Polnisch sprechen. Deshalb versuche ich gerade, meine Kenntnisse der englischen Sprache ein wenig aufzufrischen. In wichtigen Gesprächen vertraue ich dann aber immer auch auf die Unterstützung eines kompetenten Dolmetschers.

Sie sind Präsident des BDÜ. Können Sie uns etwas über den BDÜ erzählen – seine Ziele, Strukturen und Aufgaben?

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist mit über 7.000 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert etwa 80 Prozent aller organisierten Übersetzer und Dolmetscher in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Industrie, Handel sowie bei allen Fragen bezüglich der Aus- und Weiterbildung von und für Sprachmittler. Erfahrene Mitglieder des Verbandes treten beispielsweise auch als Gutachter für Übersetzungen, als Prüfer an staatlichen Prüfungsämtern oder als Berater bei der Entwicklung neuer Fachausbildungen auf.

Der BDÜ vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von professionellen Dolmetschern und Übersetzern. Als Dachverband repräsentiert der BDÜ-Bundesverband mit Sitz in Berlin die ihm angeschlossenen 13 Mitgliedsverbände. Die Mitgliedsverbände arbeiten auf Ebene der Bundesländer oder berufsgruppenorientiert wie zum Beispiel der „Verband der Konferenzdolmetscher e.V. (VKD) im BDÜ“. International ist der BDÜ mit europäischen Organisationen wie z. B. EULITA oder FIT Europe sowie dem Weltdachverband der Übersetzer FIT, und der CIUTI vernetzt.

BDÜ_ Logo (Internet)Wie sind Sie zu dieser Position als Präsident des BDÜ gekommen?

Die einfache Antwort auf diese Frage wäre, dass mich die Mitgliederversammlung des Verbandes in diese Funktion gewählt hat. Allerdings engagiere ich mich schon sehr lange in der Verbandsarbeit:  Ich bin seit 1993 Mitglied im BDÜ und habe zwei Jahre später meine „Karriere“ im Landesverband Berlin-Brandenburg begonnen, wo ich bis Januar 2009 in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Vorsitzender des Landesverbandes, tätig war. Ein paar Monate später wurde ich in den Bundesvorstand des Verbandes gewählt, habe mich dort insbesondere um die Bereiche des Dolmetschens und Übersetzens im juristischen Bereich sowie die Tätigkeit der angestellten Dolmetscher und Übersetzer gekümmert. Im April 2011 in Speyer wurde ich dann zum Präsidenten des BDÜ gewählt.

Können Sie uns etwas über die Petition zur Erhöhung der Honorare und Vergütungen der für die Justiz tätigen Dolmetscher und Übersetzer und Ihr Engagement dafür erzählen?

Der BDÜ und die anderen deutschen Berufsverbände kämpfen seit Jahrzehnten um eine auskömmliche Vergütung der Dolmetscher und Übersetzer – sowohl derjenigen, die für die Justiz tätig sind, als auch derjenigen, die in anderen Bereichen tätig sind. Wir haben in den letzten Jahren in Vorbereitung der Novelle des Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetzes (in dem Gesetz wird unter anderem die Vergütung von Dolmetschern und Übersetzern geregelt, die von den Justiz- und Strafverfolgungsbehörden hinzugezogen werden) unsere inhaltlichen Positionen erarbeitet und abgestimmt, unzählige Gespräche mit Ministerien und Abgeordneten geführt und immer wieder Argumentationen zur Untermauerung unserer einzelnen Positionen dargelegt.

Allein im Justizbereich ist die Vergütung für die freiberuflich tätigen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland gesetzlich geregelt, weshalb die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder hier besonders wichtig ist. Davon kann eine gewisse Signalwirkung für die gesamte Branche ausgehen..

Nachdem unsere Forderungen in den veröffentlichten Gesetzentwürfen nur unzureichend Berücksichtigung fanden, wurde nach weiteren Wegen der Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger gesucht und dabei erstmals auch eine e-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Aufgrund der mangelnden Erfahrung und der schwierigen Mobilisierung einer in Deutschland eher kleinen Branche bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz unzufrieden:  Immerhin haben 4.915 Mitzeichner die Petition unterstützt.
Darüber hinaus haben sich nach meiner Kenntnis erstmals in der Geschichte auch sehr viele einzelne Dolmetscher und insbesondere betroffene Übersetzer mit persönlichen Schreiben an Abgeordnete und Ministerien gewandt und so den Druck auf die Politik noch einmal erhöht.

Wir können in den letzten Jahren Fortschritte in der Wahrnehmung der Branchenvertreter durch die Politik verzeichnen. Inzwischen fragen Politiker aus eigener Initiative nach der Expertise unseres Verbandes, wenn es um unsere berufliche Tätigkeit geht. Erstmals wurde in der Person des BDÜ-Präsidenten auch ein Vertreter des Berufsstandes zu einer öffentlichen Anhörung im Bundestag geladen.

Die weiteren Beratungen des Bundestags zu dem Gesetzespaket am 16. Mai werden zeigen, inwieweit die Interessenvertretung für unsere Mitglieder Früchte getragen hat. Ich bin nach uns vorliegenden aktuellen Informationen zuversichtlich, dass die Ergebnisse dieser Arbeit im für den Frühsommer avisierten Gesetz für viele Kollegen zumindest eine spürbare Verbesserung der Vergütung bringen werden, auch wenn diese naturgemäß etwas hinter den durchaus hochgesteckten Zielen zurückbleibt und möglicherweise nicht alle zufriedenstellen wird.

Wie reagieren Sie als Verband auf die zunehmende Globalisierung und den dadurch entstehenden Druck auf die Preise?

Die Globalisierung der Wirtschaft bietet unserer Branche zunächst einmal auch viele Vorteile. Denn alle diejenigen, die etwas exportieren oder importieren wollen, müssen hierfür mit ihren ausländischen Partnern kommunizieren. Darüber hinaus müssen auch Verträge, Betriebsanleitungen und vieles andere mehr von einer Sprache in die andere übertragen werden. Dafür braucht man qualifizierte Kräfte, und alle Prognosen gehen davon aus, dass im Bereich der Sprachmittlung weiterhin ein jährliches Wachstum von 10% zu erwarten ist. Das ist die eine Seite. Aber natürlich nimmt mit der Globalisierung auch der Kampf um die Aufträge zu, so dass tatsächlich die Preise unter Druck geraten sind. Auf den deutschen Markt und dessen Preise hat dies allerdings nach eigenen Untersuchungen nur bedingt Einfluss. Die Honorarumfragen des BDÜ in den letzten Jahren zeigen eher stabile Preise bzw. leicht steigende Honorare.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Berufsverbandes gehört für uns die Information der Öffentlichkeit und insbesondere der potentiellen Auftraggeber über die Bedeutung der Qualität von Sprachdienstleistungen, die Möglichkeiten der Suche nach einem qualifizierten Sprachmittler, die Vorteile von hausinternen Sprachdiensten und die Gefahren von maschinellen Übersetzungen. Daneben legen wir im Verband großen Wert auf die Fortbildung unserer Mitglieder, vor allem im unternehmerischen Bereich.  Insgesamt bietet der BDÜ jährlich weit mehr als 250 verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen an. Als Verband haben wir festgestellt, dass diejenigen Kolleginnen und Kollegen am erfolgreichsten sind, die für sich eine klare Spezialisierung benennen können, sich mit dieser entsprechend auf dem Markt positionieren und ein unternehmerisches Bewusstsein haben. Daher arbeiten wir daran, die unternehmerischen Kompetenzen unserer Mitglieder beständig zu verbessern und sie auf ihrem Weg in die Spezialisierung zu unterstützen.

Was unternehmen Sie als deutscher Verband oder zusammen mit anderen Verbänden, damit sich Übersetzer besser auf dem internationalen Markt positionieren können?

Der BDÜ stellt seinen Mitgliedern zum Beispiel vielfältige Möglichkeiten eines allgemeinen bzw. kundengruppenspezifischen Marketings über die Online-Suche auf der Internetseite des Verbandes oder diverse Fachlisten von spezialisierten Dolmetschern und Übersetzern zur Verfügung. Andererseits verstärkt der Verband seine Angebote zur Fortbildung gerade auf dem Gebiet der unternehmerischen Basiskompetenz seiner Mitglieder. So wurden ihnen zum Beispiel im vergangenen Jahr zwei Reihen kostenfreier Webinare zu verschiedenen Themen wie Kalkulation, Angebotserstellung, Preisverhandlungen und ähnlichem angeboten.

Wie sehen Sie den deutschen Übersetzungsmarkt?

Auch wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister ist, so spielt der Export nach wie vor eine sehr große Rolle für die deutsche Wirtschaft. Daraus folgt natürlich auch ein hoher Übersetzungsbedarf, wobei der Zeitfaktor immer mehr zum entscheidenden Element wird. Denn oft müssen Übersetzungen von Handbüchern, Bedienungsanleitungen oder Webseiten in mehreren Sprachen zeitnah und gleichzeitig fertig sein.

Im Gegensatz zu den Übersetzungsmärkten mancher anderer Länder ist der deutsche Übersetzungsmarkt trotz dieser Anforderungen immer noch sehr stark fragmentiert, das heißt, es gibt sehr viele Einzel- oder Kleinstunternehmen und nicht ganz so viele große Unternehmen. Dies zeigt auch die Statistik, wonach von den laut Mikrozensus etwa 38.000 Dolmetschern und Übersetzern in Deutschland mehr als die Hälfte aller Übersetzer selbstständig tätig ist und alleine arbeitet. Aber gerade um auf die oben dargestellten Anforderungen aus der Wirtschaft qualifiziert reagieren zu können, wird es zunehmend notwendig sein, Netzwerke zu bilden und genau hierbei kann die im Verband mögliche Vernetzung den notwendigen Wettbewerbsvorteil bieten.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Übersetzer und Dolmetscher aus?

Natürlich habe ich keine Kristallkugel, in der ich die Zukunft sehen kann. Aber wohin die Reise in der Zukunft gehen wird, wurde bereits angesprochen. Wir gehen davon aus, dass der Markt der Sprachdienstleistungen bei fortschreitender Globalisierung weiterhin dynamisch wachsen wird. Damit wird sich die beschriebene Tendenz des wachsenden Termin- und Kostendrucks und somit eines zunehmenden Wettbewerbs fortsetzen.

Für die heutigen und zukünftigen Übersetzer und Dolmetscher wird es darauf ankommen, mit einer fundierten sprachlichen und translatorischen Ausbildung als qualifizierte Übersetzer und/oder Dolmetscher ihre Arbeit richtig machen zu können. Hinzu kommt die fachliche Spezialisierung, was auch das Prinzip des „Lifelong Learning“ mit einschließt. Und als Drittes ist die Bereitschaft zu nennen, entweder projektbezogen oder dauerhaft in multilingualen und leistungsübergreifenden Netzwerken zusammenzuarbeiten und das eigene unternehmerische Profil so dem Markt anzupassen, dass sie dem Kunden einen höheren Mehrwert anbieten und sich selbst ein auskömmliches Einkommen sichern können. Denn in einem Punkt bin ich mir sehr sicher: trotz der Tatsache, dass praktisch jeder irgendwie in Englisch kommunizieren können wird, und trotz immer besserer maschineller Übersetzungstools wird man IMMER diejenigen brauchen, die zuverlässig und kompetent zwischen zwei Sprachen und damit auch zwischen zwei Kulturen vermitteln können.

 

Cracow Translation Days 2013

800px-Krakow_rynek_01The Cracow Translation Days will be held from 6–8 September 2013.

The Cracow Translation Days are an international conference for professional translators that offers more than just plain vanilla. With a focus on professional education, networking and intercultural exchange, this is not just another conference in an impersonal convention centre, where the goal seems to be to attend as many talks as possible in as little time as possible. The Cracow Translation Days give priority to quality, not to quantity.

The organisers have chosen a special location for a special conference, the Benedictine abbey of Tyniec, 13 km southwest of Cracow, and put together an extensive social programme in and around Cracow.

Registration for this non-profit conference is now open. Abstracts for talks, workshops or roundtables are being accepted until 31 May 2013.

For more information, please visit the conference website.

(GxP Language Services is not affiliated with the organizers nor is organizing or helping to organize this event. We will just be attending it.)

People who rock the industry – Lucy Brooks

Rock the IndustryThe series continues!
This time it was Marta’s turn to pick up a “rocker” for the “People who rock the translation industry”, and she interviewed Lucy Brooks - the interview is available here on Marta’s blog Wantwords.

The next interview will be posted here on the Stinging Nettle during the second half of March 2013 – look forward to it! :)


Previous interviews in the series:

- People who rock the industry – Annamaria Arnall
- People who rock the industry – Valeria Aliperta
People who rock the industry – Erik Hansson
People who rock the industry – Corinne McKay
- People who rock the industry – Simon Andriesen
People who rock the industry – Aurora Humarán
People who rock the industry – Kevin Lossner
People who rock the industry – Geoffrey Buckingham
People who rock the industry – Marta Stelmaszak

Do you know a colleague who deserves to be interviewed in this series, who made a contribution in any way – no matter how small or big – to our profession? Contact us!

People who rock the industry – Valeria Aliperta

Rock the IndustryThe series continues!
This week it was Marta’s turn to pick up and interview a “rocker” for the “People who rock the translation industry”, and she interviewed Valeria Aliperta from Rainy London Translations, on various topics: branding for translators, professional associations… a very interesting and refreshing interview available here on Marta’s blog Wantwords.

The next interview will be posted here on the Stinging Nettle – look forward to it! :)


Previous interviews in the series:

- People who rock the industry – Erik Hansson
- People who rock the industry – Corinne McKay
People who rock the industry – Simon Andriesen
- People who rock the industry – Kevin Lossner
People who rock the industry – Geoffrey Buckingham
People who rock the industry – Marta Stelmaszak

Do you know a colleague who deserves to be interviewed in this series, who made a contribution in any way – no matter how small or big – to our profession? Contact us!

Medizinische und Pharma-Übersetzungen – wo es um Leben und Millionen geht

Laptop and Stethoscope“Pharmaunternehmen benötigen immer mehr Übersetzungen und diese meistens sehr schnell, da sonst der von den Zulassungsbehörden vorgeschriebene zeitliche Ablauf der Zulassung neuer Arzneimittel nicht eingehalten werden kann.

In diesem Webinar der Reihe „Von Anwendern für Anwender“ zeigt Siegfried Armbruster, der Inhaber von GxP Language Services und Initiator der Weiterbildungsplattform Alexandria Library für Übersetzer, wie SDL Trados Studio 2011 und die OpenExchange-Tools eingesetzt werden können, um trotz Zeitdruck und hohen fachlichen Anforderungen keinen Stress aufkommen zu lassen. “

Referent
Siegfried Armbruster wechselte nach einigen Jahre als Mediziner in den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und Schottland über die medizinische Informatik in die Übersetzungsbranche.  Nach 15 Jahren als Freelancer und als Projektmanager (2009/2010) für einen amerikanischen LSP gründete er 2011 seine eigene Agentur, GxP Language Services, die sich auf Pharma-, Medizintechnik- und medizinische Übersetzungen konzentriert.
Neben der Qualitätssicherung der erstellten Übersetzungen gilt sein Hauptaugenmerk seit Jahren der Optimierung der Arbeitsabläufe für Freelancer und innerhalb seiner eigenen Agentur.

Infos und Anmeldung unter www.sdl.com/de/events/lt/webinars/2013-02-18-pharmauebersetzungen.html (Anmeldung is kostenlos)

People who rock the industry – Corinne Mckay

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The first interview of 2013 in the “People who rock the translation industry” is now available on Wantwords, Marta’s blog… featuring famous colleague, blogger, author, former President of the Colorado Translators Association, current member of the Board of Directors of the American Translators Association, ski instructor and many other things (she’s pretty impressive).

The next interview will be posted here on the Stinging Nettle at the end of January – look forward to it! :)


Previous interviews in the series:

People who rock the industry – Simon Andriesen
- People who rock the industry – Aurora Humarán
- People who rock the industry – Kevin Lossner
People who rock the industry – Geoffrey Buckingham
People who rock the industry – Marta Stelmaszak

Do you know a colleague who deserves to be interviewed in this series, who made a contribution in any way – no matter how small or big – to our profession? Contact us!

Medizinische/pharmazeutische Übersetzungen: Trends 2012-2013

Weather Vane with Dollar SignIm Januar 2012 hatte ich für das Jahr 2011/2012 folgende Aussagen gemacht:

  • Zunehmendes Auftragsvolumen
  • Steigendes Preisniveau für qualifizierte Übersetzungen
  • Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung
  • Technisierung hilft, aber Definition von Austauschformaten und Workflows muss weiter vorangetrieben werden
  • Die maschinelle Übersetzung hat ihre Versprechungen bisher nicht erfüllt
  • Übersetzerverbände sind gefordert, das Aus- und Weiterbildungsangebot auszubauen
  • Die Interessenvertretung der Übersetzungsbranche muss gestärkt werden

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Nachdem das Jahr 2012 jetzt vorüber ist und die Welt nicht untergegangen ist, macht es Sinn, sich anzuschauen, ob sich bezüglich dieser Aussagen etwas geändert hat, bzw. ob sich neue interessante Trends entwickelt haben.

Auftragsvolumen/Preisniveau – wir könnten zeitnah verlässlichere Daten brauchen

Die ersten zwei Aussagen für den medizinisch/pharmazeutischen Sektor sind meiner Meinung nach immer noch gültig, allerdings basieren sie nur auf Daten einer sehr kleinen Gruppe von LSPs, mit denen ich diesbezüglich im engeren Austausch bin. Allerdings nehme ich in verschiedenen Blogs und Foren zunehmend Stimmen war, die möglicherweise darauf schließen lassen, dass der Markt wesentlich dynamischer sein könnte, wie ich es von meiner Warte aus beurteilen kann. Ich würde mir mehr Informationen über Auftragsvolumina und Preise wünschen. Diese Informationen könnten uns helfen, saisonale und absolute Trends zu identifizieren. Anhand dieser Daten könnte man reagieren und die Daten könnten vielleicht auch dieses, teilweise hysterische Ausmaße annehmende, Hintergrundrauschen über sinkende Preise, das meiner Meinung nach der Industrie schadet, beruhigen.

Soziale Netzwerke/Internetkultur

Die sozialen und professionellen Netzwerk-Tools (Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing und Google+) werden immer wichtiger und die bisherigen Übersetzerplattformen (Proz.com, Translatorscafe etc.) verlieren zunehmend an Bedeutung. Dies zeigt sich unter anderem an der steigenden Zahl von Übersetzergruppen z. B. in Facebook, LinkedIn, Xing, über die zunehmend Übersetzungsaufträge vergeben werden, aber auch im Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen, die über diese Gruppen angeboten werden. Die Fachverbände wie z. B. der BDÜ sind zwar erst spät in die sozialen Netzwerke eingestiegen, haben aber inzwischen ihre Bedeutung erkannt und präsentieren sich professionell auf diesen Plattformen.

Leider hat diese Entwicklung nicht nur positive Aspekte. Als Freelancer kann man unmöglich alle Gruppen verfolgen, in denen interessante Aufträge angeboten werden, und auch als LSP wird es schwieriger, auf den verschiedenen Plattformen den Spezialisten für einen bestimmten Auftrag zu finden.

Es wird daher nötig werden, Aggregatoren zu entwickeln, die die unterschiedlichen Angebote gebündelt zur Verfügung stellen. Auf Twitter haben wir mit unserem @Translate_Jobs Konto einen ersten Schritt getan, um Jobangebote aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Ähnliche Angebote bieten wir für Nachrichten aus der Übersetzungsindustrie mit @Translate_News, Interessante Blogs und Ereignisse aus der Übersetzungsindustrie auf @Translate_Blogs und @TranslateEvents.

Diese Lösungen sind leider durch die Möglichkeiten, die Twitter bietet, eingeschränkt, was einer der Gründe ist, weshalb wir für den Bereich Fortbildungsmöglichkeiten unsere Alexandria-Plattform (http://alexandria-library.com) ins Leben gerufen haben.

Technisierung/Interoperabilität/Crowd and Cloud Services

Im Bereich Interoperabilität tut sich Erfreuliches; die beiden Platzhirsche Trados und MemoQ bekommen immer mehr Funktionen, die die Interoperabilität zwischen den einzelnen Programmen verbessern. Da scheint es nur natürlich, dass in der Industrie in den letzten Wochen massiv Kritik an dem abgeschotteten Design von across geäußert wurde. Ich bin da etwas vorsichtiger, da ich durchaus die Notwendigkeit für geschlossene Workflows erkenne und mir eine entsprechende optionale Funktionalität auch bei den anderen Anbietern wünschen würde. Gleichzeitig würde ich mir natürlich auch wünschen, dass sich across öffnet.

Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist, wie man als Übersetzer mit den wie Pilze aus dem Boden schießenden Cloud-Services arbeiten kann. Das ist eine TM-Lösung, die dem Übersetzer bisher fast nur Nachteile bringt. Kein eigenes TM, keine Nachverfolgbarkeit der eigenen Arbeit usw. usw.

Maschinelle Übersetzung

Ich hätte gerne ein funktionierendes System. Leider habe ich noch keines gefunden. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Aber ich bleibe dran. Interessant finde ich zwei Aspekte:

a) Es wird uns Übersetzern immer häufiger erzählt, dass es einen riesigen, ständig wachsenden Markt für schlechte (d. h. Maschinenübersetzungen) gibt. Das ist ja schön für diejenigen, die den Schrott lesen möchten. Beispiele dafür findet man im Internet zur Genüge. Das einzige Problem, das ich dabei sehe, ist, dass die Leser irgendwann tatsächlich anfangen zu glauben, dass das Übersetzungen sind.

b) Ebenso häufig höre ich, dass gut trainierte MT-Systeme inzwischen in begrenzten Domains und bestimmten Sprachpaaren Ergebnisse produzieren, die besser als die von menschlichen Übersetzern sein sollen. Hier ist der spannende Punkt, dass bisher niemand in der Lage war, mir ein derartiges System oder das nachweisbare Ergebnis eines solchen Systems zu zeigen. Im letzten Jahr habe ich mir von einigen MT-Herstellern erklären lassen, wie gut ihre Systeme sind, aber wenn es ans Eingemachte ging, gab es außer irgendwelchen beeindruckenden hohen Scores ohne Aussagewert nichts wirklich Bemerkenswertes.

Nachdem ich Trados Studio mit TMs mit mehreren Millionen Worten und Autosuggest-Dictionaries von bis zu 1 GB Größe aufgerüstet habe, erreiche ich eine Produktivität, bei der ich mich frage, ob ich MT für unsere Sprachpaare und Fachgebiete überhaupt brauche.

Aus- und Weiterbildungsangebot

Es tut sich was. Der BDÜ, der DVÜD und auch andere Anbieter haben das Angebot an online Fortbildungsangeboten deutlich ausgebaut. Da mag es überflüssig erscheinen, dass wir mit einem eigenen Angebot (http://alexandria-library.com) auf den Markt kommen. Mit dem Alexandria Projekt verfolgen wir allerdings mehrere Ziele. Wir möchten damit z. B. eine zentrale Plattform (durch Kollaborationen mit möglichst vielen anderen Anbietern, z. B. Localize.pl aus Polen und Diléal aus Frankreich) schaffen, auf der wir Weiterbildungsangebote und Ressourcen für Berufsanfänger und Spezialisten in den unterschiedlichen Sprachen anbieten. Zusätzlich möchten wir Spezialisten eine Plattform bieten, die es ihnen ermöglicht, sich zu präsentieren, um ihre Reputation in der Industrie und bei zukünftigen Kunden zu verbessern. Und drittens möchten wir so schnell wie möglich damit beginnen, mit dieser Plattform potentielle Kunden auf die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Übersetzungen aufmerksam zu machen, und sie zu schulen, wie sie geeignete Sprachdienstleister identifizieren können, bzw. was sie dazu beitragen können, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Noch befinden wir uns in einer frühen Phase, aber wir werden das Angebot schnell erweitern. Über Rückmeldungen und Anregungen würden wir uns freuen, denn schließlich soll Alexandria möglichst vielen Übersetzern und Kunden ein interessantes Angebot bieten.

Interessenvertretung der Übersetzungsbranche

Bisher stelle ich mit Bedauern fest, dass die Übersetzungsverbände viel zu wenig (öffentlichkeitswirksam) unternehmen, um die Industrie nach außen zu repräsentieren. Übersetzer und Übersetzerverbände scheinen mir bisher zu sehr mit sich selbst (d. h. mit Übersetzern) beschäftigt zu sein und gehen viel zu wenig auf mögliche Kunden zu, bei denen der Mangel an Informationen über Übersetzungsqualität, Abläufe und Preise dazu führt, dass sich die Pest der Billigheimer weiter ausbreitet. Es wäre schön zu sehen, wenn sich einige nationale Verbände zu mehr Zusammenarbeit entschließen könnten, und im Bereich Kundenschulung und Repräsentanz nach außen aktiv werden würden. Auch ein gemeinsames europäisches Jobportal der Übersetzungsverbände könnte helfen. Hier hätten Kunden, die nach Sprachdienstleistern suchen, zumindest die Gewissheit, dass die Übersetzer bestimmte Mindestkriterien an Professionalität erfüllen. Den Internetplattformen wie Proz und TC, bei denen sich die ganzen Billiganbieter tummeln, die oft nur schlechte Qualität liefern, würde dadurch das Wasser abgegraben werden, da Kunden auf der Suche nach Qualität endlich ein qualitativ höherwertiges Angebot zur Verfügung hätten.

Schlussfolgerungen

Ich bin mir nicht schlüssig, ob sich 2012 in der Industrie wirklich viel geändert hat, aber ich sehe einen vorsichtigen Trend, dass die Übersetzer langsam mehr Verantwortung für ihr eigenes Schicksal/ihren Erfolg übernehmen und sich aus den Fängen der großen Organisationen/Unternehmen emanzipieren. Diese positive Entwicklung kann 2013 dazu führen, dass sich eine breitere Bewegung organisiert, die uns als Industrie weiter bringt. Es würde mich freuen, wenn wir mit Alexandria und der Trikonf 2013 unseren Beitrag dazu leisten könnten.

New CSA report on critical issues affecting freelancers

New Research Report Sheds Light on the Critical Issues Affecting Freelancers in the Translation Industry

(Boston) – December 20, 2012 – Freelancers are at the very end of the translation supply chain, but their views play a significant role in the market, according to “Voices from the Freelance Translator Community,” a new report from independent market research firm Common Sense Advisory. The report, which was based on a survey of 3,165 freelance translators throughout the world, sheds new light on the role of freelancers in an industry that the firm estimates at being more than US$33 billion in 2012 and growing at an annual rate of more than 12 percent.

“Translation agencies that do not safeguard their reputations with freelancers can end up being blacklisted by the freelance translation community, which limits their ability to recruit the best professionals and deliver the best possible quality,” explains Nataly Kelly, lead author of the study.

The report also names translation agencies that were listed by freelancers as having reputations as poor payers, as well as those that had reputations either as high-quality or low-quality providers.  Companies mentioned in the report include ASET International Services LLC, CETRA Language Solutions, CLS Communications, Corporate Translations, Crimson Language Services (a division of TransPerfect / Translations.com), euroscript International S.A., Geotext Translations, Lingo24, Lionbridge Technologies, Moravia Worldwide, thebigword Group, RR Donnelley, SDL, and Translated.

Voices from the Freelance Translator Community” details freelancers’ concerns and reviews critical issues affecting their work, including:

  • On average, freelancers receive approximately two-thirds of their income from translation agencies, and about a third from direct clients.
  • More than one third (34.7%) had been victims of a translation agency failing to pay them for work completed.
  • A large number of freelancers (40.3%) had turned down jobs from a translation agency because other translators had warned them about the agency’s reputation.
  • The vast majority of freelancers (81.0%) had turned down work because the agency’s rates were too low.

“Many translation companies go to great lengths to protect and promote their brand to their customers and prospects, but very few consider how important it is to develop good relationships with the hundreds of thousands of freelance translators actually performing the translation work,” Kelly points out. “Translation agencies that wish to seek an advantage in the marketplace should pay more attention to what freelance translators are saying.”

For more information about the firm’s research services, visit www.commonsenseadvisory.com.

About Common Sense Advisory
Common Sense Advisory is an independent market research company helping companies profitably grow their international businesses and gain access to new markets and new customers. Its focus is on assisting its clients to operationalize, benchmark, optimize, and innovate industry best practices in translation, localization, interpreting, globalization, and internationalization. For more information, visit www.commonsenseadvisory.com or www.twitter.com/CSA_Research

Source: Common Sense Advisory

People who rock the industry – Aurora Humarán

Rock the IndustryThe series continues!
This week it was Marta’s turn to pick up and interview a “rocker” for the “People who rock the translation industry”, and she interviewed Aurora Humarán, Founder and President of the IAPTI (International Association of Professional Translators and Interpreters – www.aipti.org).

The interview is now available here on Marta’s blog Wantwords.

The next interview will be posted here on the Stinging Nettle around the end of December – look forward to it! :)


Previous interviews in the series:

- People who rock the industry – Kevin Lossner
People who rock the industry – Geoffrey Buckingham
People who rock the industry – Marta Stelmaszak

Do you know a colleague who deserves to be interviewed in this series, who made a contribution in any way – no matter how small or big – to our profession? Contact us!

How “hot” is the translation market?

Quite hot it seems, according to a video by Nataly Kelly, listing some 2012 facts and figures about our industry – the market may be worth more than US$33 billion and growing but the average price per word may be falling in most language pairs.
Interesting point: “Productivity is stagnating (about 2500 words per day is still the norm, even with CAT tools)” while “Machine translation use is growing (20.64 % of freelance translators have used it).”

Anyway, here’s the video.