Europas bedeutendster Branchenevent für Healthcare IT beginnt in Berlin mit neuem Ausstellerrekord

Logo_conhIT_BerlinDienstag, den 09. April 2013 - Mit 320 Ausstellern aus 14 Ländern öffnet am Dienstag, 9. April, die conhIT in Berlin ihre Tore auf dem Messegelände unter dem Funkturm. An drei prall gefüllten Veranstaltungstagen können sich die Teilnehmer auf Europas bedeutendstem Branchenevent für Healthcare-IT umfassend über die neuesten IT-Lösungen für das Gesundheitswesen und die aktuellen Trends der Branche informieren. Die Zahl der Aussteller ist gegenüber der Vorjahresveranstaltung um 18 Prozent gewachsen. Damit übertrifft die conhIT die Spitzenwerte der letzten Veranstaltung und erzielt einen neuen Ausstellerrekord.

Etwa 6.000 Fachbesucher werden in Berlin erwartet. Schirmherr der conhIT 2013 ist Daniel Bahr, Bundesminister für Gesundheit.

“In Berlin begegnet die Branche der gesamten Bandbreite der Healthcare IT. Ob Fort- und Weiterbildung in Kongress und Akademie, Produktschau auf der Industrie-Messe oder intensiver Austausch im Rahmen der Networkingveranstaltungen – auf der conhIT finden Besucher und Aussteller alle Angebote, die heute wichtig sind”, erläutert Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e. V. Der Verband hatte die conhIT 2008 als Branchentreff initiiert.

conhIT international – Belgien ist Partnerland
Neben Unternehmen aus Europa sind auch Aussteller aus Taiwan, Korea, Israel und den USA angereist. Mit Belgien hat die conhIT in diesem Jahr auch wieder ein offizielles Partnerland. Mehr als 20 belgische Unternehmen präsentieren ihre innovativen e-Health-Projekte in Berlin. Darüber hinaus bereichert Belgien auch mit einer eigenen Kongress-Session, verschiedenen Networking-Events und zahlreichen weiteren Veranstaltungen die conhIT.

Als politische Repräsentanten des Partnerlandes Belgien nehmen der Ministerpräsident der Flämischen Regierung Kris Peeters und der belgische Botschafter Renier Nijskens an der conhIT teil. Auch der Flämische Gesundheitsminister Jo Vandeurzen wird die Veranstaltung besuchen und Teil einer mehrköpfigen offiziellen Delegation aus Flandern sein.

“Die conhIT hat mit einer Internationalität von 21 Prozent den Anteil der ausländischen Aussteller gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Mit Belgien als Partnerland und Fachbesuchern aus allen Teilen der Welt unterstreicht die conhIT eindrucksvoll ihre Position als Leitveranstaltung für Healthcare IT”, so Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin.

Alle Innovationen der Healthcare IT auf einen Blick
Die conhIT ist das Schaufenster für Gesundheits-IT. Alle Marktführer und zahlreiche etablierte Mittelständler zeigen, mit welchen neuen IT-Lösungen die Patientenversorgung und das Gesundheitswesen von morgen effizienter gestaltet und qualitativ verbessert werden können. Auf 12.000 Quadratmetern bekommen die Besucher der Industrie-Messe einen kompletten Marktüberblick über die Produkte und Services der Healthcare IT-Branche. Das gibt es in so komplexer und zugleich konzentrierter Form nur auf der conhIT in Berlin.

Auch innovative Startups nutzen die Marketingchancen der Industrie-Messe, genau wie die zahlreichen Fachverbände, Consultants, Forschungseinrichtungen Hochschulen und Berater. Die beiden Bereiche Medizintechnik und Telematik haben sich in diesem Jahr noch weiter auf der Messe etabliert. Mit speziellen Themenführungen wird der Blick für Topthemen der Industrie-Messe, wie beispielsweise Mobilität und Interoperabilität, geschärft.

Kongress, Akademie und Networking
Mit 13 Kongress-Sessions, vier Akademie-Seminaren und 99 Networking-Events übertrifft die conhIT 2013 bei weitem das Veranstaltungsprogramm der vergangenen Jahre. Auch die fachliche Qualität stimmt, die Liste der insgesamt 90 Referenten liest sich wie das Who-is-Who der Branche. Usability und Mobility, Health Data Analytics oder Datensicherheit sind nur einige der vielen Themen, die auf der conhIT zur Auswahl stehen. Das heißt: Um den Wissensdurst zu stillen und sich auf professionellem Niveau über topaktuelle Themen der Branche auszutauschen – genau dafür bietet die conhIT allen Brancheninsidern exzellente Möglichkeiten.

Aussteller und Fachbesucher haben auch am Nachmittag vielfältige Gelegenheiten, themenspezifisch miteinander ins Gespräch zu kommen oder gemeinsame Ideen zu entwickeln und Geschäfte anzubahnen. Die Angebots-Palette des Networkingprogramms ist bunt und reicht von Workshops über Krankenhausexkursionen bis zu Match-Making-Sessions und Abendveranstaltungen in lockerer Atmosphäre.

Ab sofort können sich conhIT-Teilnehmer die kostenlose conhIT-App im Google Play und App Store herunterladen. Mit der App können Veranstaltungen nach Tagen und Zeitfenstern sowie Kategorien gefiltert und zum Smartphone-Kalender hinzugefügt werden.

Karriereplattform conhIT
Die zunehmende Nachfrage nach IT-Lösungen im Gesundheitswesen führt auch zu einem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Sowohl für die IT-Hersteller als auch für die Krankenhaus-IT-Abteilungen bietet die conhIT beste Chancen, sich als attraktiver Arbeitgeber vorzustellen, ob live vor Ort oder auch im “conhIT-Karriere Guide”. Neben speziellen Angeboten für Studierende, die sich über Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in der Branche informieren möchten, gibt es eine große Jobbörse und ein Karriere-Get-Together, zu dem alle conhIT-Teilnehmer eingeladen sind. Am 10. April, dem “conhIT-Recruiting Day”, finden zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Karriere statt, darunter der Karriere-Worskhop mit anschließender Verleihung des conhIT-Nachwuchspreises für die beste Abschlussarbeit zum Thema Healthcare IT.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in 2012 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT 2013 wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

www.conhit.de

IT-Trends Medizin/Health Telematics 2012

“IT-Trends Medizin/Health Telematics 2012″- Wichtigster Fachkongress der IT- und Gesundheitsbranche in NRW öffnet zum achten Mal seine Türen

Montag, den 10. September 2012 – Am 12. September 2012 veranstalten ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen, Messe Essen GmbH und EWG Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH bereits zum achten Mal den Fachkongress “IT-Trends Medizin/Health Telematics”. Dort treffen sich Expertinnen und Experten aus der Gesundheits- und IT-Branche, um über aktuelle Entwicklungen in der Telematik und Telemedizin sowie über IT-Trends in der Gesundheitswirtschaft zu diskutieren. Nach den erfolgreichen Kooperationen im vergangenen Jahr bringen die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed e.V.) und die Medizinische Gesellschaft Essen e.V. ihre Expertise auch bei der Gestaltung des diesjährigen Kongressprogramms ein.
Die DGTelemed ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, Markteinführung und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin. Welche Rahmenbedingungen benötigt der Aufbau einer flächendeckenden telemedizinischen Versorgungskultur? Welche Strategie verfolgt das Bundesministerium für Gesundheit in punkto Telemedizin? Wie stehen deutsche Krankenkassen dem Thema gegenüber? Welche aktuellen Projekte gibt es in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern? Diese und weitere Themen stehen im Fokus der Telemedizin-Foren, die wie bereits im vergangenen Jahr unter der Schirmherrschaft der DGTelemed stehen und gemeinsam mit namhaften Referentinnen und Referenten im Rahmen des Fachkongresses “IT-Trends Medizin/Health Telematics” angeboten werden.

Die Medizinische Gesellschaft Essen fördert die ärztliche Fortbildung der gesamten Ärzteschaft im Raum Essen, in dem sie bestehende Fortbildungsaktivitäten in der Region koordiniert, aber auch deren inhaltliche Abstimmung anbietet. Als langjähriger Partner des Fachkongresses “IT-Trends Medizin/Health Telematics” freut sich die Medizinische Gesellschaft Essen auf interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Diskussionsrunde zum Thema “Moderne IT im Krankenhaus – Chancen und Risiken?”. In diesem Jahr garantiert eine qualifizierte Standortanalyse aus Sicht einer Expertenrunde bestehend aus Krankenhausärzten, Pflegekräften, Verwaltungsmitarbeitern, EDV-Leitern, Patienten, Angehörigen, sowie der Krankenhausgeschäftsführung ein interessantes Forum.

Auch darüber hinaus können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein vielseitiges, spannendes und informatives Kongressprogramm freuen. Unter anderem stehen aktuelle Telematikanwendungen im Gesundheitswesen, (sektorübergreifende) Kommunikationslösungen (z.B. elektronische Aktenlösungen), das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR), Trends im Bereich Mobile Health sowie die Prozessoptimierung im Gesundheitswesen durch IT auf dem Tagungsprogramm. In der begleitenden Ausstellung finden Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlreiche Expertenorganisationen, die über die Möglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen informieren.

Für Kurzentschlossenen gibt es noch Karten an der Tageskasse. Weitere Informationen und das diesjährige Kongressprogramm sind unter www.it-trends-medizin.de verfügbar.

Telemedizin und medizinische Leitlinien

Der 3. Nationale Fachkongress Telemedizin greift erneut die Frage auf, ob telemedizinische Anwendungen reif für die Aufnahme in medizinische Leitlinien sind. Damit wird der im Vorjahr begonnene Dialog mit Vertretern medizinischer Fachgesellschaften fortgesetzt. Mit der weiteren Öffnung in Richtung Anwender will die DGTelemed dazu beitragen, dass Telemedizin zunehmend als Teil des modernen Medizintriebs begriffen wird.

Die Fortführung des 2011 begonnenen Dialogs mit Vertretern deutscher medizinischer Fachgesellschaften ist ein Themenschwerpunkt des 3. Nationalen Fachkongresses Telemedizin. Die Vorstände von 5 Wissenschaftlichen Fachgesellschaften werden ihre Sicht auf Telemedizin und leitliniengerechte Patientenversorgung darstellen und eigene Überlegungen präsentieren. Zugesagt haben: Dr. med. Franz-Josef Bartmann, Vorsitzender Ausschuss Telematik, Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung “Der herzkranke Diabetiker” (DHD), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Prof. Dr. Christiane Erley, Vizepräsidentin, Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), Dr. med. Ulrich Koch, Vorstand, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und Prof. Dr. med. Karl Walter Jauch, Präsident, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Eine anschließende Podiumsdiskussion zum Thema “Telemedizin und Leitliniengerechte Patientenversorgung” wird von Hans-Peter Bröckerhoff, E-HEALTH-COM Herausgeber aus Frankfurt/Main moderiert. Der Dialog im vergangenen Jahr zeigte, dass Telemedizin – von einigen Ausnahmen abgesehen – noch nicht in medizinischen Leitlinien abgebildet wird. In der Neurologie allerdings hat z. B. die gute Evidenz für den Nutzen strukturierter Schlaganfallnetze mit telemedizinischer Unterstützung dazu geführt, dass Telemedizin in der Schlaganfallversorgung in der DSG-Leitlinie zumindest erwähnt wird und unter strengen Auflagen über den OPS-Katalog erstattungsfähig ist. In der Kardiologie haben telemedizinische Anwendungen punktuell schon Einzug in kardiologische Leitlinien gehalten. Man darf gespannt sein, in wieweit diese Entwicklung im Laufe eines Jahres vorangeschritten ist. Die DGTelemed möchte mit der Fortführung des Dialogs mit Vertretern medizinischer Fachgesellschaften dazu beitragen, dass Telemedizin zunehmend als Teil des modernen Medizintriebs begriffen wird. Zugleich müssen für telemedizinische Anwendungen Qualitätsstandards definiert werden, die sich letztlich in Leitlinien wiederfinden sollten. Weitere Themenschwerpunkte des Kongresses sind Strategien für e-Health und Telemedizin, Intelligente Konzepte für Datenaustausch und Ressourcensharing und Telemedizin aktuell – sie versprechen ein anspruchsvolles, interessantes Themenspektrum an den beiden Kongresstagen. Veranstalter und Organisatoren bedanken sich schon jetzt bei zahlreichen Ausstellern und Sponsoren, die den Kongress unterstützen.

Weitere Informationen, Programm unter www.telemedizinkongress.de

Pressekontakt:

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V.
Wolfgang Loos
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
Pressesprecher
Postfach 400143
12631 Berlin
Tel.:  030-54701821
Fax: 030-54701823
E-Mail: w.loos@dgtelemed.de
www.dgtelemed.de

“Ein Quantum Telemedizin ist nicht genug”

Ein Beitrag von Dr. Axel Wehmeier, Leiter Konzerngeschäftsfeld Gesundheit, Deutsche Telekom AG

Kardiologen kontrollieren das EKG ihrer Herzinsuffizienz-Patienten via Internet, Diabetologen prüfen Blutzuckerwerte online, Krebsspezialisten tauschen sich per Video aus und holen bei Kollegen eine Zweitmeinung ein: Telemedizin ist keine Zukunftsvision mehr. Die Praxisbeispiele zeigen: Telemedizin hilft dem Patienten, unterstützt die Ärzte.

Endlich gibt es auch eine Grundlage für die Abrechnung telemedizinischer Leistungen. Mit dem Versorgungsstrukturgesetz vom 1. Januar steht der Begriff Telemedizin erstmals im Sozialgesetzbuch V. Die Bundesregierung hat den Ausschuss, der den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festlegt, verpflichtet, bis zum 31. März 2013 zu prüfen, inwieweit telemedizinische Leistungen in den Katalog aufgenommen werden können. Hiermit hat die Regierung die Option geschaffen, Telemedizin abzurechnen. Dies eröffnet neue Perspektiven.

Ein Beispiel: In Deutschland leben zwei bis drei Millionen Menschen mit Herzschwäche. 2010 war dies der zweithäufigste Anlass für eine stationäre Behandlung und die dritthäufigste Todesursache. Herzinsuffizienzpatienten, die sich telemedizinisch betreuen lassen, sind davon überzeugt. Sie müssen keine langen Anfahrten oder Wartezeiten in Kauf nehmen, stattdessen erstellen sie zu Hause selbstständig ein EKG und übersenden die Werte. Im Notfall erhalten sie rund um die Uhr Hilfe von einer Person, die ihre Gesundheitssituation kennt. So fühlen sich die Patienten sicher und gut betreut. Sie fragen sich daher: Warum gibt es nicht viel mehr solcher Anwendungen?

Wir brauchen die Telemedizin als Ergänzung zur bisherigen Versorgung schneller als gedacht. Der Städte- und Gemeindebund sagt: Auf dem Land fehlen bald 20.000 Mediziner. Schon jetzt muss ein Hausarzt in dünn besiedelten Gebieten mehr als doppelt so viele Einwohner versorgen wie sein Stadtkollege. Bis 2015 werden rund 50 Prozent der niedergelassenen Landärzte in den Ruhestand gehen, gleichzeitig entscheidet sich eine wachsende Zahl Absolventen für eine Karriere außerhalb der Arztpraxis. Parallel wächst die Zahl der über 60-Jährigen bis 2020 um 20 Prozent.

Lösungen wider die Versorgungsschere sind bereits im Praxisbetrieb – etwa das bundesweit erste flächendeckende Telemedizin-Netzwerk für Hoch-Risiko-Herzpatienten in Cottbus und Brandenburg. Patienten mit chronischer Herzschwäche werden dort rund um die Uhr aus der Ferne medizinisch betreut. Aber zu viele Patienten – ob in Fallingbostel oder in der Uckermark – müssen oft noch weite Wege zurücklegen.

Wenn wir die medizinische Versorgung langfristig sichern wollen, wird ein Quantum Telemedizin nicht genügen.


Dr. Axel Wehmeier, Leiter Konzerngeschäftsfeld Gesundheit, Deutsche Telekom AG – 13/06/2012
Quelle Text und Bild: ehealthserver.de (http://www.ehealthserver.de/entwicklung/380-ein-quantum-telemedizin-ist-nicht-genug)

Neues Telemedizin-Projekt “Mein Herz” in NRW

Medizinische Betreuung durch elektronische Ferndiagnose. Beim Telemedizin-Projekt “Mein Herz” in NRW ist das Realität. Patienten mit einer “Linksherzinsuffizienz” (Herzschwäche) werden zu Hause über einen täglichen Gesundheitscheck betreut. Sie leiten alle relevanten Daten telefonisch an den Arzt weiter. Die DAK-Gesundheit und das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen haben dazu einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Die engmaschige Überwachung und schnelle Betreuung durch Spezialisten ergänzt die Behandlung durch den Hausarzt vor Ort.

Beim Projekt “Mein Herz” stehen die Medizinexperten des HDZ NRW und ihre Kooperationspartner den Teilnehmern 18 Monate, 24 Stunden am Tag, mit Rat und Tat zur Seite. Bei einer Linksherzinsuffizienz hängt die Lebensqualität der Betroffenen in erster Linie von der Früherkennung einer Verschlechterung und von der engmaschigen Betreuung durch ein gut vernetztes Team von Ärzten ab. “Mit dem Projekt helfen wir unseren Patienten, nach einer stationären Behandlung mehr über ihre Erkrankung zu lernen und selbstbestimmt und verantwortlich zu leben”, betont Wilhelm Hecker, Geschäftsführer des HDZ NRW. Peter Mager, Vertragschef der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen, ergänzt: “Die telemedizinische Betreuung ermöglicht eine frühere Erkennung der Risikofaktoren und verbessert so spürbar die Lebensqualität von Patienten mit schwerer chronischer Erkrankung. Langfristiges Ziel ist es, die Anzahl stationärer Einweisungen zu reduzieren.”

Home-Check ermöglicht selbstbestimmtes Leben
Kernstück des Angebotes ist der tägliche Gesundheits-Check in den eigenen vier Wänden. Das HDZ NRW hat das Angebot auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Patienten angepasst. Patienten bekommen eine spezielle Körperwaage, die telemedizinisch Daten versenden kann. Bei Bedarf wird die Versorgung um ein Blutdruckmessgerät und gegebenenfalls auch ein EKG-Gerät erweitert. Die Gesundheitsdaten der Teilnehmer gelangen über den Telefonanschluss direkt an die telekardiologische Abteilung des Zentrums. “Wenn wir bei der Auswertung der Daten sehen, dass es den Herzkranken schlechter geht, können wir sofort reagieren. Gleichzeitig erhöhen wir die Lebensqualität der Betroffenen, indem unnötige Krankenhausaufenthalte im Sinne des Patienten vermieden werden”, sagt Privatdozent Dr. Heinrich Körtke, Leiter des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) im HDZ NRW.

Patientenschulungen als Vorbereitung
Für den sicheren Umgang mit dem Home-Check werden die Patienten intensiv geschult. Nach Zusendung der Geräte werden die Patienten entweder telefonisch oder durch Schwerpunktpraxen vor Ort geschult. “Um den Therapieerfolg nachhaltig zu sichern und die Compliance des Patienten zu erhöhen, erhält der Patient regelmäßig einen Anruf aus dem Telemedizinzentrum”, sagt Mager. Die Teilnahme am Projekt ist für alle Versicherte der DAK-Gesundheit freiwillig und kostenlos. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Versicherten zuvor stationär mit der Hauptdiagnose “Linksherzinsuffizienz” behandelt wurden.Nach Schätzungen des Fritz Beske Instituts in Kiel werden die jährlichen Behandlungsfälle von Herz- und Kreislauferkrankungen in Deutschland weiter steigen: von rund 115.000 im Jahr 2000 auf 157.000 im Jahr 2020 und über 190.000 im Jahr 2050.

“Mein Herz” – Telemedizinische Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
Die chronische Herzinsuffizienz betrifft eine große Anzahl von Patienten und ist für ältere Patienten der häufigste Aufnahmegrund für eine stationäre, internistische Behandlung. Eine der wesentlichen Ursachen stellt dabei die Beeinträchtigung der Funktion der linken Herzkammer (Links-Herzinsuffizienz) dar. Dabei haben Studien das Potenzial einer strukturierten Entlassungsplanung, sektorübergreifenden Nachsorge und leitliniengerechten Arzneimittelversorgung aufgezeigt. Einige Studien wiesen nach, dass Überlebensdauer und Lebensqualität, sowohl durch die Früherkennung einer beginnenden Verschlechterung der Herzinsuffizienz, als auch durch Feedback und Schulung erheblich gesteigert werden können.

Quelle: ehealthserver.de