MEDICA Health IT Forum: neuer Name, klarer Fokus

Montag, den 02. Juli 2012 - Medizinische Informations- und Kommunikationstechnologien sind seit vielen Jahren fester thematischer Bestandteil der weltgrößten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf. 2011 zählte der IT-Bereich der MEDICA mehr als 400 Aussteller (MEDICA 2011 insgesamt: 4.571 Aussteller). Der einst kleine Bereich wurde 1987 durch die “MEDICA Medienstraße” ergänzt, bei der sich Ärzte über die Möglichkeiten von Praxisverwaltungsprogrammen erkundigen konnten. Ab 1998 bot dann die MEDICA MEDIA ein in die MEDICA Fachmesse integriertes Fachforum mit Vorträgen und Expertenrunden.

Stand hier anfangs vorrangig die Telemedizin im Vordergrund, so entwickelte sich das inhaltliche Spektrum der MEDICA MEDIA stetig weiter, einhergehend mit rasanten IT-basierten Fortschritten in Arztpraxen und Kliniken sowie der digitalen Vernetzung unterschiedlicher Leistungserbringer.

Der Wandel der MEDICA MEDIA hin zu einer Plattform für die gesamte Health-IT und den Kommunikationsprozess sowohl zwischen medizinischen Anwendern untereinander als auch Ärzten und Patienten findet jetzt Ausdruck in einer neuen Namensgebung: MEDICA HEALTH IT FORUM. Der Fokus wird inhaltlich klar gesetzt, orientiert sich an den Belangen der Entscheider aus Kliniken, Medizinischen Versorgungszentren und aus dem niedergelassenen Bereich (von den 134.500 Besuchern der MEDICA 2011 zeigten gut 40.000 Interesse für den IT-Bereich). Das in der Fachszene bekannte Label MEDICA MEDIA wird vorerst als Zusatz im Logo noch weitergeführt.

“Zentrale Stärke der MEDICA ist, dass sie den kompletten Behandlungs-’Workflow’ thematisiert inklusive wichtiger Schnittstellenaspekten, etwa von Medizintechnik zu medizinischer IT oder Labordiagnostik und bildgebender Diagnostik unter Einsatz leistungsstarker Hard- und Software. Dieser interdisziplinären Betrachtung wird programmatisch das MEDICA HEALTH IT FORUM Hand in Hand mit den Ausstellerangeboten gerecht”, unterstreicht Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, den Vorteil der MEDICA. “Hier geht es eben nicht isoliert nur um Verwaltungssoftware für Kliniken und um Praxis-EDV. Hier geht es um das komplette Innovationsspektrum, das die Healthcare-IT zu bieten hat”, so Joachim Schäfer weiter.

Entsprechend der zukunftsweisenden IT-Trends im Gesundheitsbereich berücksichtigt das Programmangebot des MEDICA HEALTH IT FORUM (in Halle 15) die drei Schwerpunkte: eHealth, mHealth (mobile IT-Lösungen), pHealth (IT-Lösungen für personalisierte Medizin).

Im Zuge der Neubenennung wurde auch die Internetpräsenz angepasst. Unter http://www.medica-health-it-forum.de kann die “Microsite” innerhalb des MEDICA-Portals schnell und direkt aufgerufen aufgerufen werden.

Expert Circle 2012
Neben allgemeinen Informationen ist online auch eine Übersicht zum aktuellen Programmbeirat des MEDICA HEALTH IT FORUM, dem „Expert Circle“, abrufbar. Neue Mitglieder in diesem Jahr sind Prof. Dr. Silke Schmidt, Heinz-Nixdorf Lehrstuhl für Gesundheit und Prävention am Institut für Psychologie, Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, sowie Prof. Dr.-Ing. Klaus Radermacher, Lehrstuhl für Medizintechnik am Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik, RWTH Aachen.

Im dritten Jahr: R&D Talent Award – Premiere für App Circus
Der Nachwuchspreis des MEDICA HEALTH IT FORUM, der “R&D Talent Award” (R&D = Research & Development), geht bereits in sein drittes Jahr. Der Preis, der mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro für den ersten und 500 Euro für den zweiten Sieger dotiert ist, richtet sich an Wissenschaftler(innen) aus Universitäten und Fachhochschulen. Dr. Volker Hempel, Geschäftsführer der Science Service Dr. Hempel GmbH (Organisator des MEDICA HEALTH IT FORUM) erklärt die Zielsetzung: “Wir wollen junge Forscher dazu bringen, sich vermehrt dem Wissenschaftstransfer in der Gesundheitswirtschaft zu widmen. Im Gegensatz zu anderen Auszeichnungen, etwa für gute wissenschaftliche Leistungen, soll mit diesem Preis honoriert werden, wer sich um den Forschungstransfer schon als Nachwuchswissenschaftler verdient gemacht hat – eine vielfach vernachlässigte Aufgabenstellung.” Der “Call for Papers” zum R&D Talent Award ist ebenfalls online zu finden.

Neues Programmelement beim MEDICA HEALTH IT FORUM ist in diesem Jahr der gemeinsam mit “dotopen” ausgestaltete “App Circus” (Informationen online unter: http://appcircus.com). Hier werden die innovativsten Health-”Apps” von ihren Schaffern präsentiert mit der Zielsetzung, Entwickler, Startup-Unternehmer und an der Programmentwicklung beteiligte Organisationen zusammenzubringen mit potenziellen Anwendern und Projektpartnern aus dem medizinischen Bereich und seitens der Kostenträger.
Quelle: MEDICA Pressemeldungen

Neues Telemedizin-Projekt “Mein Herz” in NRW

Medizinische Betreuung durch elektronische Ferndiagnose. Beim Telemedizin-Projekt “Mein Herz” in NRW ist das Realität. Patienten mit einer “Linksherzinsuffizienz” (Herzschwäche) werden zu Hause über einen täglichen Gesundheitscheck betreut. Sie leiten alle relevanten Daten telefonisch an den Arzt weiter. Die DAK-Gesundheit und das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen haben dazu einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Die engmaschige Überwachung und schnelle Betreuung durch Spezialisten ergänzt die Behandlung durch den Hausarzt vor Ort.

Beim Projekt “Mein Herz” stehen die Medizinexperten des HDZ NRW und ihre Kooperationspartner den Teilnehmern 18 Monate, 24 Stunden am Tag, mit Rat und Tat zur Seite. Bei einer Linksherzinsuffizienz hängt die Lebensqualität der Betroffenen in erster Linie von der Früherkennung einer Verschlechterung und von der engmaschigen Betreuung durch ein gut vernetztes Team von Ärzten ab. “Mit dem Projekt helfen wir unseren Patienten, nach einer stationären Behandlung mehr über ihre Erkrankung zu lernen und selbstbestimmt und verantwortlich zu leben”, betont Wilhelm Hecker, Geschäftsführer des HDZ NRW. Peter Mager, Vertragschef der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen, ergänzt: “Die telemedizinische Betreuung ermöglicht eine frühere Erkennung der Risikofaktoren und verbessert so spürbar die Lebensqualität von Patienten mit schwerer chronischer Erkrankung. Langfristiges Ziel ist es, die Anzahl stationärer Einweisungen zu reduzieren.”

Home-Check ermöglicht selbstbestimmtes Leben
Kernstück des Angebotes ist der tägliche Gesundheits-Check in den eigenen vier Wänden. Das HDZ NRW hat das Angebot auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Patienten angepasst. Patienten bekommen eine spezielle Körperwaage, die telemedizinisch Daten versenden kann. Bei Bedarf wird die Versorgung um ein Blutdruckmessgerät und gegebenenfalls auch ein EKG-Gerät erweitert. Die Gesundheitsdaten der Teilnehmer gelangen über den Telefonanschluss direkt an die telekardiologische Abteilung des Zentrums. “Wenn wir bei der Auswertung der Daten sehen, dass es den Herzkranken schlechter geht, können wir sofort reagieren. Gleichzeitig erhöhen wir die Lebensqualität der Betroffenen, indem unnötige Krankenhausaufenthalte im Sinne des Patienten vermieden werden”, sagt Privatdozent Dr. Heinrich Körtke, Leiter des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) im HDZ NRW.

Patientenschulungen als Vorbereitung
Für den sicheren Umgang mit dem Home-Check werden die Patienten intensiv geschult. Nach Zusendung der Geräte werden die Patienten entweder telefonisch oder durch Schwerpunktpraxen vor Ort geschult. “Um den Therapieerfolg nachhaltig zu sichern und die Compliance des Patienten zu erhöhen, erhält der Patient regelmäßig einen Anruf aus dem Telemedizinzentrum”, sagt Mager. Die Teilnahme am Projekt ist für alle Versicherte der DAK-Gesundheit freiwillig und kostenlos. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Versicherten zuvor stationär mit der Hauptdiagnose “Linksherzinsuffizienz” behandelt wurden.Nach Schätzungen des Fritz Beske Instituts in Kiel werden die jährlichen Behandlungsfälle von Herz- und Kreislauferkrankungen in Deutschland weiter steigen: von rund 115.000 im Jahr 2000 auf 157.000 im Jahr 2020 und über 190.000 im Jahr 2050.

“Mein Herz” – Telemedizinische Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
Die chronische Herzinsuffizienz betrifft eine große Anzahl von Patienten und ist für ältere Patienten der häufigste Aufnahmegrund für eine stationäre, internistische Behandlung. Eine der wesentlichen Ursachen stellt dabei die Beeinträchtigung der Funktion der linken Herzkammer (Links-Herzinsuffizienz) dar. Dabei haben Studien das Potenzial einer strukturierten Entlassungsplanung, sektorübergreifenden Nachsorge und leitliniengerechten Arzneimittelversorgung aufgezeigt. Einige Studien wiesen nach, dass Überlebensdauer und Lebensqualität, sowohl durch die Früherkennung einer beginnenden Verschlechterung der Herzinsuffizienz, als auch durch Feedback und Schulung erheblich gesteigert werden können.

Quelle: ehealthserver.de

Translators fight the fatal effects of the language gap

Translators fight the fatal effects of the language gap

Volunteers translating health messages from English into local languages are providing a vital service for NGOs and freeing up millions of extra dollars to be used for medical aid.

Lori Thicke had an epiphany in Thange in eastern Kenya when she saw Aids orphans playing in front of posters with advice on Aids prevention. “The posters carried excellent advice, but they were in English, a language that people didn’t understand,” she said.

What was the use of this information provided by well-meaning NGOs, she wondered, if the people they were trying to reach could not read English. “People are delivering aid every day in Africa in English, French and Portuguese,” said Thicke. “That is fine for the educated elite, but they don’t need aid. It is the parents among the poor who need the information on symptoms of malaria.”

She saw the fatal effects of the language gap in India too, where mothers could have saved their children from dying from diarrhoea if they had followed the simple advice on health brochures and leaflets.

Thicke, a Canadian who came to Paris to write the great Canadian novel but founded a translation company instead, had pinpointed a glaring but little-noticed paradox in the information revolution. Thanks to the internet and mobile phones, knowledge and information is disseminated far and wide and at speed. But that knowledge is wasted unless understood by those who need it most.

Translators without Borders was founded by Thicke and Ros Smith-Thomas in 1993 after Médecins sans Frontières, the medical NGO, asked her company, Lexcelera, to work on a translation project. She asked if they needed translation often, and if giving them the words for free would be like a donation. They said yes to both questions, and TWB was born. But until that moment in Kenya two years ago, the group dealt mostly with European languages. Now Thicke is determined to bridge what she calls the “language last mile” in the developing world.

One of the group’s current projects is to teach sex workers in the Kibera slum of Nairobi, Kenya, to translate material in English on sexually transmitted diseases into languages such as Swahili, Luo and Kikuyu. The project started last week, with Simon Andriesen, a specialist on medical translation who is on the TWB board. He will teach about 125 women from Kibera, who speak different languages, to translate four-page brochures in English into the different Kenyan languages.

“He is teaching them translation skills so they can reach their own people,” said Thicke. “All the girls from Kibera represent different languages. They have been recommended to us by a health NGO and their job is to pass on information to other girls. We want to provide brochures in a language that can be understood so it doesn’t get thrown away.”

Paul Warambo, a recent masters graduate in the Kiswahili language living in Nairobi said: “The health translators training has come at a time when the country urgently needs translators in every sector, but especially in the health sector where little information is available in languages that can be understood by the majority of Kenyans.”

TWB is working on an even more ambitious project with Wikipedia. The aim is to take Wikipedia entries on the most important health topics, turn them into simple English and then translate them into as many languages as possible. The articles will then be accessible for free on mobile phones through new agreements betweek Wikimedia, which runs Wikipedia, and telecoms operators. A number of Wikipedia articles covering dengue fever, Aids, malaria, cholera and tuberculosis are awaiting translation from TWB’s army of volunteers.

The group has about 2,000 translators, who have passed its translation tests. Indian languages are well served but Africa is a big gap, with only about 15 of TWB’s translators able to deal with African languages. Africa has more than 2,000 different languages, such as Amharic, Swahili and Berber, spread across six major language families. Nigeria alone has more than 500 tongues spoken within its borders.

Until the 2010 Haiti earthquake, TWB had limited reach. But the crisis revealed not only the need for translations from thousands of aid groups that need humanitarian translations but also a critical mass of translators willing to help.

So the group created an online platform to bring the two communities together. Last year, ProZ.com, the world’s largest translator organisation, created an automated translation centre for TWB so it could broaden its reach. Approved NGOs can now post translation projects such as field reports, treatment protocols and websites. Alerts then go out to the translators in those language pairs. Those who are interested in the work of that particular NGO will take on a project, translate it, and return it to the platform for delivery. Most of the projects are picked up within 15 minutes.

Translators without Borders can easily handle projects for 100 non-profits at a time, but as its volunteer community grows, so does its capacity. Over the years, it has donated almost $3m in translation services, which means that money went towards medical supplies, vaccines, rehydration kits and more.

“We are working to build a world where knowledge doesn’t have borders,” Thicke said. “With technology, and cellphone penetration in Africa, we have the potential to spread knowledge, but no one is talking about how people are getting information even if they are connected. People die not just of disease but from a lack of knowledge on how to avoid getting sick.”

Mark Tran, “Translators fight the fatal effects of the language gap”, The Guardian (guardian.co.uk), April 11,2012

View the original article on the Guardian website here . We’d like to thank the author, Mark Tran, for allowing us to reproduce it here on the Stinging Nettle. Some in our staff are volunteering for Translators Without Borders themelves and this article is a very good tribute to Lori and to TWB and the amazing work they do everyday along with their volunteers.