Interview mit André Lindemann, Präsident des BDÜ

Im Rahmen unserer Serie “People who rock the industry” haben wir André Lindemann, Präsident des BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) interviewt. Die Englische Übersetzung ist hier verfügbar.


A.LindemannHallo André. Vielen Dank für Ihre Zusage für dieses Interview. Können Sie uns etwas über Ihren Background und Ihre Karriere erzählen? Wer sind Sie und wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Ich bin unweit der deutsch-polnischen Grenze in der Mark Brandenburg aufgewachsen, wo ich auch jetzt wieder meinen Lebensmittelpunkt habe. Mittlerweile bin ich in der zweiten Hälfte meines Lebens angelangt, glücklich verheiratet und habe einen inzwischen erwachsenen Sohn.

Ursprünglich wollte ich nach meiner Schulzeit ein Studium der Kriminalistik aufnehmen. Dann habe ich mich Anfang der 80er Jahre von meinem zukünftigen Dienstherrn – dem  Innenministerium der ehemaligen DDR – überreden lassen, es doch mit einem Hochschulstudium zum Diplom-Sprachmittler (Dolmetscher und Übersetzer) zu versuchen, welches ich an der Universität Leipzig 1986 für die Sprachen Polnisch und Russisch abgeschlossen habe. Anschließend habe ich im Innenministerium bis Ende 1990 für alle Bereiche des Ressorts (Polizei, Strafvollzug, Feuerwehr usw.) gedolmetscht und übersetzt. Nach der politischen Wende und einer dreijährigen Phase des ständigen Arbeitsplatzwechsels und der beruflichen Orientierung bin ich letztendlich im Jahr 1994 wieder als angestellter Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei gelandet.

Sie sind Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei des Landes Brandenburg und nebenher selbstständig tätig. Können Sie uns einen typischen Tagesablauf beschreiben?

Wenn keine Dolmetscheinsätze außerhalb der üblichen Bürodienstzeiten oder des Sitzes der Dienststelle anstehen, fahre ich morgens über die Grenze nach Polen in mein Büro im Gemeinsamen Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko und unterstütze dort mit meinen Übersetzungen die Kollegen im internationalen polizeilichen Rechtshilfeverkehr oder bei der Koordinierung der deutsch-polnischen polizeilichen Zusammenarbeit. Mehrmals wöchentlich sind Gespräche, Arbeitsberatungen, Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen mit Vertretern polnischer und deutscher Sicherheitsbehörden (Polizei, Grenzschutz, Zoll, Staatsanwaltschaften etc.) zu dolmetschen. An meiner beruflichen Tätigkeit liebe ich gerade diese Abwechslung zwischen dem Dolmetschen und Übersetzen besonders.

Die nebenberufliche selbstständige Tätigkeit ist bei mir derzeit auf das Wahrnehmen von Terminen zum Dolmetschen bei Gerichten und das Übersetzen für einige wenige Stamm- und Neukunden beschränkt.

Den überwiegenden Teil meiner Freizeit widme ich meiner Arbeit für den BDÜ. Wie die gesamte Branche befindet sich auch der Verband in einer Phase des Wandels, den ich durch meine Tätigkeit aktiv mit gestalten darf. Die kollegiale Zusammenarbeit in den Verbandsgremien in nahezu familiärer Atmosphäre bringt mir – verbunden mit den meist positiven Ergebnissen der Arbeit, eine extrem große Zufriedenheit.

Ihre Fremdsprachen sind Russisch und Polnisch. Warum nicht auch Englisch? Wie kommt man heute, in 2013, in diesem Beruf ohne Englisch zurecht?

Mittlerweile arbeite ich als Dolmetscher sogar nur noch mit einer Arbeitsfremdsprache – Polnisch. Ich fertige zwar noch Übersetzungen aus der russischen Sprache an, bin dort aber nicht mehr als Dolmetscher tätig, weil mir nach Jahrzehnten ohne entsprechende Tätigkeit die notwendige Praxis fehlt.

In der beruflichen Praxis komme ich ganz gut ohne Englisch zurecht, dort habe ich es fast ausschließlich mit deutschen und polnischen Polizeibediensteten zu tun. Anders sieht es in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den BDÜ aus, in der mein Englisch gerade bei internationalen Treffen und Konferenzen nicht immer ausreicht und leider die wenigsten Teilnehmer Polnisch sprechen. Deshalb versuche ich gerade, meine Kenntnisse der englischen Sprache ein wenig aufzufrischen. In wichtigen Gesprächen vertraue ich dann aber immer auch auf die Unterstützung eines kompetenten Dolmetschers.

Sie sind Präsident des BDÜ. Können Sie uns etwas über den BDÜ erzählen – seine Ziele, Strukturen und Aufgaben?

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist mit über 7.000 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert etwa 80 Prozent aller organisierten Übersetzer und Dolmetscher in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Industrie, Handel sowie bei allen Fragen bezüglich der Aus- und Weiterbildung von und für Sprachmittler. Erfahrene Mitglieder des Verbandes treten beispielsweise auch als Gutachter für Übersetzungen, als Prüfer an staatlichen Prüfungsämtern oder als Berater bei der Entwicklung neuer Fachausbildungen auf.

Der BDÜ vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von professionellen Dolmetschern und Übersetzern. Als Dachverband repräsentiert der BDÜ-Bundesverband mit Sitz in Berlin die ihm angeschlossenen 13 Mitgliedsverbände. Die Mitgliedsverbände arbeiten auf Ebene der Bundesländer oder berufsgruppenorientiert wie zum Beispiel der „Verband der Konferenzdolmetscher e.V. (VKD) im BDÜ“. International ist der BDÜ mit europäischen Organisationen wie z. B. EULITA oder FIT Europe sowie dem Weltdachverband der Übersetzer FIT, und der CIUTI vernetzt.

BDÜ_ Logo (Internet)Wie sind Sie zu dieser Position als Präsident des BDÜ gekommen?

Die einfache Antwort auf diese Frage wäre, dass mich die Mitgliederversammlung des Verbandes in diese Funktion gewählt hat. Allerdings engagiere ich mich schon sehr lange in der Verbandsarbeit:  Ich bin seit 1993 Mitglied im BDÜ und habe zwei Jahre später meine „Karriere“ im Landesverband Berlin-Brandenburg begonnen, wo ich bis Januar 2009 in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Vorsitzender des Landesverbandes, tätig war. Ein paar Monate später wurde ich in den Bundesvorstand des Verbandes gewählt, habe mich dort insbesondere um die Bereiche des Dolmetschens und Übersetzens im juristischen Bereich sowie die Tätigkeit der angestellten Dolmetscher und Übersetzer gekümmert. Im April 2011 in Speyer wurde ich dann zum Präsidenten des BDÜ gewählt.

Können Sie uns etwas über die Petition zur Erhöhung der Honorare und Vergütungen der für die Justiz tätigen Dolmetscher und Übersetzer und Ihr Engagement dafür erzählen?

Der BDÜ und die anderen deutschen Berufsverbände kämpfen seit Jahrzehnten um eine auskömmliche Vergütung der Dolmetscher und Übersetzer – sowohl derjenigen, die für die Justiz tätig sind, als auch derjenigen, die in anderen Bereichen tätig sind. Wir haben in den letzten Jahren in Vorbereitung der Novelle des Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetzes (in dem Gesetz wird unter anderem die Vergütung von Dolmetschern und Übersetzern geregelt, die von den Justiz- und Strafverfolgungsbehörden hinzugezogen werden) unsere inhaltlichen Positionen erarbeitet und abgestimmt, unzählige Gespräche mit Ministerien und Abgeordneten geführt und immer wieder Argumentationen zur Untermauerung unserer einzelnen Positionen dargelegt.

Allein im Justizbereich ist die Vergütung für die freiberuflich tätigen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland gesetzlich geregelt, weshalb die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder hier besonders wichtig ist. Davon kann eine gewisse Signalwirkung für die gesamte Branche ausgehen..

Nachdem unsere Forderungen in den veröffentlichten Gesetzentwürfen nur unzureichend Berücksichtigung fanden, wurde nach weiteren Wegen der Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger gesucht und dabei erstmals auch eine e-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Aufgrund der mangelnden Erfahrung und der schwierigen Mobilisierung einer in Deutschland eher kleinen Branche bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz unzufrieden:  Immerhin haben 4.915 Mitzeichner die Petition unterstützt.
Darüber hinaus haben sich nach meiner Kenntnis erstmals in der Geschichte auch sehr viele einzelne Dolmetscher und insbesondere betroffene Übersetzer mit persönlichen Schreiben an Abgeordnete und Ministerien gewandt und so den Druck auf die Politik noch einmal erhöht.

Wir können in den letzten Jahren Fortschritte in der Wahrnehmung der Branchenvertreter durch die Politik verzeichnen. Inzwischen fragen Politiker aus eigener Initiative nach der Expertise unseres Verbandes, wenn es um unsere berufliche Tätigkeit geht. Erstmals wurde in der Person des BDÜ-Präsidenten auch ein Vertreter des Berufsstandes zu einer öffentlichen Anhörung im Bundestag geladen.

Die weiteren Beratungen des Bundestags zu dem Gesetzespaket am 16. Mai werden zeigen, inwieweit die Interessenvertretung für unsere Mitglieder Früchte getragen hat. Ich bin nach uns vorliegenden aktuellen Informationen zuversichtlich, dass die Ergebnisse dieser Arbeit im für den Frühsommer avisierten Gesetz für viele Kollegen zumindest eine spürbare Verbesserung der Vergütung bringen werden, auch wenn diese naturgemäß etwas hinter den durchaus hochgesteckten Zielen zurückbleibt und möglicherweise nicht alle zufriedenstellen wird.

Wie reagieren Sie als Verband auf die zunehmende Globalisierung und den dadurch entstehenden Druck auf die Preise?

Die Globalisierung der Wirtschaft bietet unserer Branche zunächst einmal auch viele Vorteile. Denn alle diejenigen, die etwas exportieren oder importieren wollen, müssen hierfür mit ihren ausländischen Partnern kommunizieren. Darüber hinaus müssen auch Verträge, Betriebsanleitungen und vieles andere mehr von einer Sprache in die andere übertragen werden. Dafür braucht man qualifizierte Kräfte, und alle Prognosen gehen davon aus, dass im Bereich der Sprachmittlung weiterhin ein jährliches Wachstum von 10% zu erwarten ist. Das ist die eine Seite. Aber natürlich nimmt mit der Globalisierung auch der Kampf um die Aufträge zu, so dass tatsächlich die Preise unter Druck geraten sind. Auf den deutschen Markt und dessen Preise hat dies allerdings nach eigenen Untersuchungen nur bedingt Einfluss. Die Honorarumfragen des BDÜ in den letzten Jahren zeigen eher stabile Preise bzw. leicht steigende Honorare.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Berufsverbandes gehört für uns die Information der Öffentlichkeit und insbesondere der potentiellen Auftraggeber über die Bedeutung der Qualität von Sprachdienstleistungen, die Möglichkeiten der Suche nach einem qualifizierten Sprachmittler, die Vorteile von hausinternen Sprachdiensten und die Gefahren von maschinellen Übersetzungen. Daneben legen wir im Verband großen Wert auf die Fortbildung unserer Mitglieder, vor allem im unternehmerischen Bereich.  Insgesamt bietet der BDÜ jährlich weit mehr als 250 verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen an. Als Verband haben wir festgestellt, dass diejenigen Kolleginnen und Kollegen am erfolgreichsten sind, die für sich eine klare Spezialisierung benennen können, sich mit dieser entsprechend auf dem Markt positionieren und ein unternehmerisches Bewusstsein haben. Daher arbeiten wir daran, die unternehmerischen Kompetenzen unserer Mitglieder beständig zu verbessern und sie auf ihrem Weg in die Spezialisierung zu unterstützen.

Was unternehmen Sie als deutscher Verband oder zusammen mit anderen Verbänden, damit sich Übersetzer besser auf dem internationalen Markt positionieren können?

Der BDÜ stellt seinen Mitgliedern zum Beispiel vielfältige Möglichkeiten eines allgemeinen bzw. kundengruppenspezifischen Marketings über die Online-Suche auf der Internetseite des Verbandes oder diverse Fachlisten von spezialisierten Dolmetschern und Übersetzern zur Verfügung. Andererseits verstärkt der Verband seine Angebote zur Fortbildung gerade auf dem Gebiet der unternehmerischen Basiskompetenz seiner Mitglieder. So wurden ihnen zum Beispiel im vergangenen Jahr zwei Reihen kostenfreier Webinare zu verschiedenen Themen wie Kalkulation, Angebotserstellung, Preisverhandlungen und ähnlichem angeboten.

Wie sehen Sie den deutschen Übersetzungsmarkt?

Auch wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister ist, so spielt der Export nach wie vor eine sehr große Rolle für die deutsche Wirtschaft. Daraus folgt natürlich auch ein hoher Übersetzungsbedarf, wobei der Zeitfaktor immer mehr zum entscheidenden Element wird. Denn oft müssen Übersetzungen von Handbüchern, Bedienungsanleitungen oder Webseiten in mehreren Sprachen zeitnah und gleichzeitig fertig sein.

Im Gegensatz zu den Übersetzungsmärkten mancher anderer Länder ist der deutsche Übersetzungsmarkt trotz dieser Anforderungen immer noch sehr stark fragmentiert, das heißt, es gibt sehr viele Einzel- oder Kleinstunternehmen und nicht ganz so viele große Unternehmen. Dies zeigt auch die Statistik, wonach von den laut Mikrozensus etwa 38.000 Dolmetschern und Übersetzern in Deutschland mehr als die Hälfte aller Übersetzer selbstständig tätig ist und alleine arbeitet. Aber gerade um auf die oben dargestellten Anforderungen aus der Wirtschaft qualifiziert reagieren zu können, wird es zunehmend notwendig sein, Netzwerke zu bilden und genau hierbei kann die im Verband mögliche Vernetzung den notwendigen Wettbewerbsvorteil bieten.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Übersetzer und Dolmetscher aus?

Natürlich habe ich keine Kristallkugel, in der ich die Zukunft sehen kann. Aber wohin die Reise in der Zukunft gehen wird, wurde bereits angesprochen. Wir gehen davon aus, dass der Markt der Sprachdienstleistungen bei fortschreitender Globalisierung weiterhin dynamisch wachsen wird. Damit wird sich die beschriebene Tendenz des wachsenden Termin- und Kostendrucks und somit eines zunehmenden Wettbewerbs fortsetzen.

Für die heutigen und zukünftigen Übersetzer und Dolmetscher wird es darauf ankommen, mit einer fundierten sprachlichen und translatorischen Ausbildung als qualifizierte Übersetzer und/oder Dolmetscher ihre Arbeit richtig machen zu können. Hinzu kommt die fachliche Spezialisierung, was auch das Prinzip des „Lifelong Learning“ mit einschließt. Und als Drittes ist die Bereitschaft zu nennen, entweder projektbezogen oder dauerhaft in multilingualen und leistungsübergreifenden Netzwerken zusammenzuarbeiten und das eigene unternehmerische Profil so dem Markt anzupassen, dass sie dem Kunden einen höheren Mehrwert anbieten und sich selbst ein auskömmliches Einkommen sichern können. Denn in einem Punkt bin ich mir sehr sicher: trotz der Tatsache, dass praktisch jeder irgendwie in Englisch kommunizieren können wird, und trotz immer besserer maschineller Übersetzungstools wird man IMMER diejenigen brauchen, die zuverlässig und kompetent zwischen zwei Sprachen und damit auch zwischen zwei Kulturen vermitteln können.

 

People who rock the industry – André Lindemann

Rock the IndustryThe series of interviews of colleagues who rock our profession, conducted jointly with Marta Stelmaszak from Wantwords, continues!

For the April one, I had the pleasure of interviewing BDÜ’s President, André Lindemann. With 7000 members, the BDÜ (German Federal Association of Interpreters and Translators – Bundesverband der Dolmetscher und Űbersetzer e.V.) is Germany’s largest professional association in the industry. It represents 75% of all professional translators and interpreters in Germany and has been representing their interests since 1955. We covered many topics in this interview, and it has been a true pleasure – thank you again, André!

The German version of this interview is available here.


Hi André. Thank you for agreeing to this interview. What can you tell us about your background and your career? Who are you and how did you come to this profession?

I grew up near the German-Polish border in the state of Brandenburg, which is once more my place of residence and where meanwhile, I’m in the second half of life, happily married and have an adult son.

I originally wanted to study for a degree in criminology after secondary school then, in the early Eighties, I was persuaded by my future employer – the Ministry of the Interior of the erstwhile GDR – to study for a degree in translation and interpreting, which I was awarded in 1986 at Leipzig University for the languages Polish and Russian. I subsequently interpreted and translated for all areas of the Ministry of the Interior (police, justice, fire, etc.) until the end of 1990. After German reunification and a three-year period of constant change in employment and vocational orientation, I finally landed back with the police in 1994 as a staff interpreter and translator.

A.LindemannYou are an interpreter and translator for the Brandenburg State Police, but also self-employed. What does a typical day look like for you?

If there are no interpreting assignments pending outside normal office working hours – or at the office – I cross the border to Poland and go to my office at the Joint Centre of German-Polish Police and Customs Cooperation in Świecko, where I provide translation support to my colleagues in international police legal assistance, or in the coordination of German-Polish police cooperation. Several times a week there are conversations, work consultations, conferences and training sessions which require interpretation for representatives of the Polish and German security authorities (police, border guards, customs, prosecutors, etc.). What I particularly love about my professional work is the constant change between translating and interpreting.

My part-time self-employment is currently limited to appointments at the courts for interpreting and translation for a few regular and new customers.

The majority of my spare time is dedicated to my work for the BDÜ (Federal Association of Interpreters and Translators). Just like the profession, the association is also in a phase of change and here, I can actively contribute with my involvement. Together with the positive results of the task, cooperation in association committees has an almost family atmosphere, which provides me with an extremely high level of satisfaction.

Your working languages are Russian and Polish; why not English as well? How does one manage in this profession in 2013 without English?

These days, I’m actually working as an interpreter with just one working language: Polish. Although I continue to translate from the Russian language, I’m no longer working as an interpreter, because for decades, I have no longer had enough activity to provide the practical experience required.

In professional practice, I get along quite well without English, dealing as I do almost exclusively with German and Polish police officers. The situation is different in my volunteer work for the BDÜ, where my English is not always good enough for international meetings and conferences in particular and unfortunately very few participants speak Polish. I am therefore currently trying to refresh my knowledge of the English language a little but in important conversations, I always rely upon the support of a competent interpreter.

You are president of the BDÜ. What can you tell us about the goals, structure and tasks of the BDÜ?

With over 7,000 members, the Federal Association of Interpreters and Translators (BDÜ) is the largest association for our profession in Germany. It represents about 80 percent of all organised translators and interpreters in Germany, is the contact point for government, industry, trade, and it is responsible for all matters related to both the education and training of and for language service providers. Experienced members of the association become involved, for example, as reviewers of translations, as auditors of state examination boards or as consultants in the development of new vocational qualifications.

The BDÜ has been representing the interests of professional interpreters and translators for over 50 years and the BDÜ umbrella organisation, based in Berlin, represents 13 affiliated member associations. The member associations work at provincial state level or are grouped by profession, such as the “Verband der Konferenzdolmetscher e.V. (VKD) im BDÜ” (Association of Conference interpreters) ”. Internationally, the BDÜ is networked with European organisations like EULITA or FIT Europe, as well as the global umbrella association, the International Federation of Translators (FIT) and the CIUTI.

How did you come to this position as President of the BDÜ?

I had been taking part in the association’s work for a long time, so the simple answer to this question is that the General Assembly of the Association elected me to the function. As a BDÜ member since 1993, I “took office” two years thereafter with their Berlin-Brandenburg state association, where I performed various functions up to January 2009, most recently as Chairman there. A few months later, I was elected to the National Executive Board of the association, where I took on particular responsibility for the areas of interpreting and translation in the legal field, as well as the activities of staff interpreters and translators. I was then elected President of the BDÜ at Speyer during April 2011.

BDÜ_ Logo (Internet)Can you tell us something about the petition to increase the fees and remuneration of interpreters and translators working for the judiciary and your commitment to it?

The BDÜ and the other German professional associations have been fighting for decades to generate reasonable compensation for interpreters and translators – both those who work for the judiciary – as well as those who work in other areas. In terms of preparation of the amendment to the JVEG (German Judicial Remuneration and Allowances Act) – a law which inter alia covers the remuneration of interpreters and translators who are appointed by the judiciary and law enforcement authorities –we have, in recent years, been very active. We have been conceiving and agreeing our substantive position, carried out countless discussions with ministries and members of parliament and have repeatedly presented our reasoning to reinforce support of our individual agenda items.

It is only in the judiciary sector in Germany that remuneration for our freelance colleagues is regulated at law, so the representation of the interests of our members here is particularly important and this can trigger a signal for the entire profession.

After our demands were not adequately accounted for in the draft legislation published, we searched for further ways to influence policy-makers and in doing also submitted an e-petition to the German Parliament for the first time. With a lack of detailed experience here and the difficulty in Germany of mobilising  a relatively small sector, I am not quite dissatisfied with the result: we were, after all, supported by 4,915 signatures.
In addition, and as far as I know for the first time in history, many individual interpreters and in particular translators who were affected referred the matter by means of personal letters to members of parliament and ministries, thus further increasing the pressure on the government.

During recent years, we can certainly note heightened perception of representatives of the profession in political circles. Meanwhile, politicians proactively ask about the expertise of our association wherever it is a case of our professional activity. It was for the first time that a representative of the profession was invited to a public hearing in the Federal Parliament in the person of the BDÜ President.

Further discussions by the Federal Parliament on May 16 about the legislative package will show the extent to which the interests of our members have been successfully represented. Having been made party to the latest information, I’m confident that the results of this work in connection with the law targeted for the early summer will at least bring a noticeable improvement in compensation for many colleagues, even if it understandably lags somewhat behind some goals that are quite ambitious and does not satisfy all.

How do you respond as an association to increasing globalisation and the resulting pressure on prices?

By definition, economic globalisation also offers our industry many advantages, since all those who want to export or import something must communicate with their international partners. In addition to that, there are contracts, operating manuals, and much more that needs to be transferred from one language to another. For this, qualified resources are required and all forecasts predict that in the area of language services provision, a continued annual growth of 10% is expected. That is one side of the coin. But of course globalisation also means increased competition, so that rates are in fact under pressure. This has, however, only had limited influence upon the German market, according to our own research. The BDÜ rates surveys in recent years rather indicate stable rates or indeed slightly higher rates.

As we see it, informing the public – especially potential clients – about the significance of quality in language services, the possibilities for finding a qualified linguist, the benefits of in-house language services and the dangers of machine translation are among the most important tasks for us as a professional association. We also attach great importance to the continuous professional development of our association members, especially in the entrepreneurial area. Overall, the BDÜ annually runs more than 250 different training events. As an association, we have established that colleagues who are most successful are those who can name a clear specialisation for themselves, can position this in the market and who have an entrepreneurial mindset. We are therefore working to constantly improve the business skills of our members and to assist them on their way towards specialisation.

As a German association, or in cooperation with other associations, what do you do to assist translators in positioning themselves better within the international marketplace?

The BDÜ provides its members with diverse possibilities for general or sector-specific marketing via the on-line search on the association website or using various lists of specialised professional interpreters and translators that are available. On the other hand, the association is expanding its continuous professional development offerings, particularly in the field of basic entrepreneurial skills base of its members. As an example last year, they were offered two series of free webinars covering various topics such as estimating, bidding, price negotiations and similar.

How do you see the German translation market?

Even although Germany is no longer the export champion of the world, exports still play a key role in the German economy. This inevitably leads to a high requirement for translation, whereby the time factor is increasingly becoming a decisive element, because translations of manuals, operating instructions or websites in several languages must be done timely and concurrently.

Despite these requirements, and by contrast to the translation markets of many other countries, the German translation market is still highly-fragmented, with many single-person or small enterprises and not quite so many large operators. This also becomes evident from statistics, according to which a micro-census showed that of approximately 38,000 interpreters and translators in Germany, more than half of all translators are self-employed and working alone. Reverting specifically to being able to react appropriately to the requirements that the marketplace sets, it will become ever more necessary to build networks and it is particularly here that the networking facilities offered by our association constitute a competitive advantage.

What is your opinion of the future for translators and interpreters?

Of course, I have no crystal ball for the future, but the question of where the journey is heading has already been touched upon. We assume that the market for language services will continue to grow dynamically with the progress of continuing globalisation, which means that the aforementioned tendency for pressure in the areas of deadlines and remuneration will together provide increasing competition.

For present and future translators and interpreters, it will be dependent upon their ability to perform correctly with well-founded language and translation skills as qualified translators and / or interpreters. In addition to that, we can add specialisation, which also encompasses the principle of “lifelong learning”. Thirdly, ‘willingness’ should be mentioned. The willingness to work together either on a project-related basis or permanently in multilingual or cross-functional networks, while adapting our entrepreneurial profiles to the market in such a way that they offer higher added value to the client and can ensure an adequate personal return. There is one thing that I am 100% sure about: Despite the fact that virtually everyone is somehow able to communicate in English, and despite ever-improving machine translation tools, people will ALWAYS need those who can reliable and competently communicate between two languages and consequently between two cultures.

Thank you very much for your time André!

(Translated from German by Textklick)


Previous interviews in the series:

- People who rock the industry – Nick Rosenthal
- People who rock the industry – Ildikó Santana
People who rock the industry – Lucy Brooks
People who rock the industry – Annamaria Arnall
People who rock the industry – Valeria Aliperta
People who rock the industry – Erik Hansson
People who rock the industry – Corinne McKay
People who rock the industry – Simon Andriesen
People who rock the industry – Aurora Humarán
People who rock the industry – Kevin Lossner
People who rock the industry – Geoffrey Buckingham
People who rock the industry – Marta Stelmaszak

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