Europäische Unternehmen investieren trotz Krise stärker in Forschung und Entwicklung

Dienstag, den 28. August 2012 - Führende Unternehmen in der EU gehen davon aus, dass ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) im Zeitraum 2012-2014 jährlich um durchschnittlich 4 % steigen werden. So das Ergebnis einer Umfrage, die die Kommission bei einigen der am stärksten in FuE investierenden europäischen Unternehmen durchgeführt hat. Die Zahlen zeigen, welche Bedeutung die betreffenden Unternehmen – trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme – Forschung und Entwicklung als zentralem Faktor für ihr künftiges Wachstum und ihren Erfolg beimessen. Spitzenreiter ist die Branche der Software- und Computerdienstleistungen, die mit einem Anstieg der FuE-Investitionen um durchschnittlich 11 % pro Jahr rechnet. Unternehmensinterne Forschung und Entwicklung wird von den befragten Unternehmen als wichtigster Innovationstreiber gesehen, gefolgt von Marktforschung und damit verbundenen Tätigkeiten zur Einführung neuer Produkte.
“Dieser positive Trend bei den FuE-Investitionen der Unternehmen ist von entscheidender Bedeutung für Europas Wettbewerbsfähigkeit”, so Máire Geoghegan-Quinn, EU‑Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft. “Diese Unternehmen sind die wichtigsten Triebkräfte der Entwicklung hin zu einer stärker wissensbasierten und intelligenteren europäischen Wirtschaft. Unser künftiges Programm für Forschung und Innovation “Horizont 2000″ wird innovativen Unternehmen weiteren Auftrieb geben.”

Was den Einfluss der Politikmaßnahmen und externer Faktoren auf ihre Innovationstätigkeit anbelangt, verwiesen die befragten Unternehmen auf die starke positive Wirkung von steuerlichen Anreizen, staatlichen Finanzhilfen, EU-Fördermitteln und öffentlich-privaten Partnerschaften auf nationaler wie auch auf EU-Ebene. Negativ auf ihre Innovationstätigkeit ausgewirkt haben sich nach Angaben zahlreicher Unternehmen der für den Schutz der Rechte des geistigen Eigentums erforderliche Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten. Dies bestätigt, wie wichtig mit Blick auf die Förderung der Innovationstätigkeit der Unternehmen eine effiziente Regelung der Rechte des geistigen Eigentums ist.

Von den befragten Unternehmen wurden auch Angaben dazu erbeten, welche Bedeutung die verschiedenen Wege des Wissensaustauschs für sie haben. Kooperationsvereinbarungen mit anderen Unternehmen stehen hier an erster Stelle. Von Unternehmen, die in Branchen mit hoher FuE-Intensität tätig sind, wurden an zweiter Stelle Einlizensierung/Auslizensierung und danach Vereinbarungen mit Hochschulen und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen genannt. Für Unternehmen in Branchen mit mittlerer oder geringer FuE-Intensität sind Kooperationsvereinbarungen mit Hochschulen und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen wichtiger als Lizenzvergaben. Generell zeigen die Ergebnisse, welch große Bedeutung viele Unternehmen diesen verschiedenen Wegen des Wissensaustauschs beimessen, was als Indiz dafür gewertet werden könnte, dass offene Innovation (“open innovation”) eine immer größere Rolle spielt.

Die EU-Erhebung über FuE-Investitionstrends in der Wirtschaft (“EU Survey on R&D Investment Business Trends”) wurde von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission (Institut für technologische Zukunftsforschung, IPTS) und der Generaldirektion Forschung und Innovation durchgeführt.

Die Ergebnisse der Erhebung basieren auf den Antworten von 187 überwiegend großen Unternehmen (von 1 000 Unternehmen mit Sitz in der EU, die im EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie 2011 erfasst sind) (IP/11/1205 und MEMO/11/705). Die Befragung fand zwischen dem 16. Januar und dem 28. April 2012 statt.

Diese 187 Unternehmen stehen zusammengenommen für FuE-Investitionen in Höhe von fast 45 Mrd. EUR, was rund 40 % der gesamten FuE-Investitionen der 1 000 im EU‑Anzeiger erfassten Unternehmen und damit einem erheblichen Anteil an den FuE‑Investitionen der europäischen Unternehmen entspricht. Mit durchschnittlich 4 % ist der Anstieg etwas geringer ausgefallen als in der vorangegangenen Erhebung erwartet (5 %), was auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist.

Noch vor Ende 2012 wird die Europäische Kommission ihren nächsten EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie veröffentlichen, der eine Rangfolge der weltweit größten in FuE investierenden Unternehmen enthält.

Die Erhebung kann auf folgender Website eingesehen werden: http://iri.jrc.es/reports.htm

Quelle: http://europa.eu

Und der Gewinner ist…

Die Stinging Nettle scheint ihrem Namen alle Ehre gemacht zu haben.
Ich war erstaunt, wie viele bösartige, ja sogar teilweise beleidigende Kommentare und Mails wir seit Beginn dieser Aktion erhalten haben. Es ist interessant, wer sich alles auf den Schlips getreten fühlte. Aber egal, hier die versprochene Auflösung:

Wer Übersetzungen im Bereich Medizintechnik anfertigt, sollte sich bewusst sein, dass in dieser Industrie viele Standards (DIN/EN/ISO etc.) einzuhalten sind. Diese Standards schreiben oft auch den genauen Wortlaut für bestimmte Segmente vor. Wir hatten bisher von Übersetzern erwartet, dass sie erkennen, ob ein Textteil einem Standard unterliegt/unterliegen könnte, und entweder entsprechend recherchieren oder sich an uns wenden und nachfragen. In diesem speziellen Fall wären das die DIN EN 980:2008-08 “Symbole zur Kennzeichnung von Medizinprodukten; Deutsche Fassung” und der Normentwurf zur DIN 6877-1:2007-12 “Magnetresonanzeinrichtungen für die Anwendung am Menschen – Teil 1: Kennzeichnungsvorschriften für Gegenstände im Kontrollbereich” gewesen.

“Keller”, obwohl er kein auf Medizintechnik spezialisierter Übersetzer ist, hat einen Vorschlag eingestellt, der weitgehend den Vorschriften dieser Normen entspricht und sich damit die 50 Euro verdient. “S.W” (übrigens auch kein medizinischer Übersetzer) und “AL” haben zwar erkannt, dass es sich um Texte handelt, die wahrscheinlich in Standards festgelegt sind, haben aber leider keine kompletten Vorschläge abgegeben. Interessant fand ich auch den Beitrag von “Michael”, der kein Übersetzer ist, aber einen Vorschlag eingestellt hat, der sich qualitativ von vielen anderen Vorschlägen nicht unterscheidet .
(Alle Übersetzungsvorschläge von den Teilnehmern finden Sie hier und hier)

Was konnten wir daraus lernen:

Keiner der Übersetzer, die geantwortet haben, kannte die Standards. Einige hätten die Standards wohl beim Recherchieren gefunden und richtig übersetzt. Die Mehrheit hätte die Segmente wahrscheinlich einfach “falsch” übersetzt. Bei unseren Diskussionen ist uns aufgefallen, dass uns während unserer Zeit als Freelancer nie eine Agentur darauf hingewiesen hat, dass ein bestimmter Textabschnitt in einem Standard festgelegt ist, bzw. uns diese Standardübersetzungen zur Verfügung gestellt hat (dies gilt übrigens nicht für Pharma-Texte, dort wird dies von einigen Agenturen gemacht).

Daher sind wir zu der Überlegung gekommen, in Zukunft bei unseren Projekten die Übersetzer zu informieren, dass ein bestimmter Standard zur Anwendung kommt, bzw. die entsprechenden Texte zur Verfügung zu stellen.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Teilnehmern bedanken. Wir haben einiges lernen können und hoffen, dass auch die Übersetzer in Zukunft mehr auf die regulatorischen Vorgaben im Bereich Medizintechnik achten und sich entsprechend weiterbilden.

Um einiges zu klären – das sind keine Probeübersetzungen, sondern mehr eine Art “Umfrage”, wie Übersetzer mit manchen Themen umgehen. Dies hilft uns, unsere Arbeitsabläufe zu optimieren. Hier wurde jetzt einfach klar, dass vielen Übersetzern entweder nicht klar ist, dass es Standards gibt, oder den Text nicht als Standardtext erkennen, und wir als Agentur da etwas tun müssen. Das war mir persönlich so nicht klar, da ich mich schon seit Jahren viel mit Standards beschäftige und eigentlich dachte, dass die Thematik bei unseren Kollegen präsenter wäre, was jedoch leider nicht der Fall ist. Als Agentur haben wir von keinem unserer Übersetzer eine Probeübersetzung verlangt. Ich halte da nicht so viel davon. Übersetzer lassen sich auch ohne Probeübersetzung beurteilen. Manche Endkunden verlangen, dass wir Probeübersetzungen für sie machen, dafür habe ich auch viel Verständnis, bei dem Mist, der oft produziert wird, aber in diesen Fällen geben wir die Übersetzungen als ganz normale Aufträge an unsere Übersetzer.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass Übersetzen Teamarbeit ist, und das Ziel darin besteht, dem Kunden eine optimale Übersetzung zu liefern. D. h. auch, dass niemand in dem Team (immer) perfekt sein muss, da das Team als Ganzes stabil genug ist, um einzelne Schwächen auszubügeln. Unsere “Umfragen” dienen genau dazu, herauszufinden, in welchem Bereich Schwächen bestehen und Lösungen dafür zu finden.

Die nächste “Probeübersetzungs-Umfrage” ist schon geplant, und wir würden uns freuen, wenn Sie wieder oder erstmalig daran teilnehmen würden!

Die QRD Vorlagen der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wurden wieder geändert

Die EMA hat am 12. Oktober 2011 ihre QRD (Quality Review of Documents) Vorlagen geändert. Diese sind sehr wichtige Tools für alle Sprachdienstleister, die im Bereich Regulatory Affairs tätig sind.

Die Vorlagen sind hier in allen europäischen Sprachen zum Herunterladen verfügbar.