Übersetzungen: Auswahl der Dienstleister, Arbeitsabläufe, Qualitätskontrolle

“Sie können doch ausländisch? Sie organisieren unsere Übersetzungen.” – Dies ist in überspitzter Form die Aussage, die wir in Gesprächen mit unseren Kunden immer wieder hören, wenn sie uns erzählen, wie ihnen die Aufgabe des Übersetzungsmanagements in ihren Unternehmen “zugeteilt” wurde. Und dann beginnen die Probleme:

• wo finde ich einen geeigneten Dienstleister (Freiberufler oder Übersetzungsagentur)?
• nach welchen Kriterien kann ich die Eignung überprüfen?
• welche Arbeitsabläufe gibt es in der Übersetzungsbranche?
• was muss ich tun, um ein Übersetzungsprojekt vorzubereiten bzw. dessen ordnungsgemäßen Ablauf zu überwachen?
• wie kann ich die Qualität kontrollieren?
• was kostet das eigentlich?
• usw.

Auf all diese Fragen werden wir in unserem Webinar für Endkunden eingehen. Nach dem Webinar werden Sie in der Lage sein, zielgerichtet einen Dienstleister (Freiberufler oder Übersetzungsagentur) für Ihre jeweiligen Übersetzungsanforderungen zu finden, Projekte zu planen, budgetieren und durchzuführen. Der unbeliebte Job, bei dem man in der Vergangenheit viel zu häufig Kritik wegen zu hoher Kosten, verspäteter Lieferung oder mangelhafter Qualität einstecken musste, wird plötzlich eine transparente Aufgabe, ohne irgendwelche versteckten Minenfelder.

Datum: 23. April 2013 um 14h00
Dieses Webinar ist gratis.
Alle Infos und Anmeldung: hier

Medizinische und Pharma-Übersetzungen – wo es um Leben und Millionen geht

Laptop and Stethoscope“Pharmaunternehmen benötigen immer mehr Übersetzungen und diese meistens sehr schnell, da sonst der von den Zulassungsbehörden vorgeschriebene zeitliche Ablauf der Zulassung neuer Arzneimittel nicht eingehalten werden kann.

In diesem Webinar der Reihe „Von Anwendern für Anwender“ zeigt Siegfried Armbruster, der Inhaber von GxP Language Services und Initiator der Weiterbildungsplattform Alexandria Library für Übersetzer, wie SDL Trados Studio 2011 und die OpenExchange-Tools eingesetzt werden können, um trotz Zeitdruck und hohen fachlichen Anforderungen keinen Stress aufkommen zu lassen. “

Referent
Siegfried Armbruster wechselte nach einigen Jahre als Mediziner in den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und Schottland über die medizinische Informatik in die Übersetzungsbranche.  Nach 15 Jahren als Freelancer und als Projektmanager (2009/2010) für einen amerikanischen LSP gründete er 2011 seine eigene Agentur, GxP Language Services, die sich auf Pharma-, Medizintechnik- und medizinische Übersetzungen konzentriert.
Neben der Qualitätssicherung der erstellten Übersetzungen gilt sein Hauptaugenmerk seit Jahren der Optimierung der Arbeitsabläufe für Freelancer und innerhalb seiner eigenen Agentur.

Infos und Anmeldung unter www.sdl.com/de/events/lt/webinars/2013-02-18-pharmauebersetzungen.html (Anmeldung is kostenlos)

Kongress des Branchentreffs der Healthcare IT 2013 unter dem Motto “Gute IT – Bessere Medizin.”

Dienstag, den 18. September 2012 – Die Kongressthemen der conhIT 2013 stehen fest. Auf seiner Sitzung am 14. September in Berlin verständigte sich der conhIT-Kongressbeirat auf die aktuellen Schwerpunktthemen der Healthcare IT, die in insgesamt zwölf Kongresssessions im nächsten Jahr behandelt werden. Für vier Sessions können sich Akteure der Branche in den ersten vier Oktoberwochen über das Call for Paper-Verfahren bewerben. Die verbleibenden Themen werden im November 2012 bekanntgegeben.

Call for Paper-Sessions im conhIT-Kongress 2013:

Steigerung der Effizienz durch IT-Prozessunterstützung
Ressourcenmanagement
Leistungssteuerung und – management
Regionale Vernetzung und Versorgungssteuerung

Das Call for Paper-Verfahren wird am 1. Oktober 2012 eröffnet. Interessierte haben dann bis zum 26. Oktober Gelegenheit, sich mit einem thematisch passenden Vortrag für den Kongress zu bewerben. Die Bewerbungsunterlagen sowie weitere Informationen zu den vier ausgeschriebenen Themen werden Ende September unter http://www.conhit.de (Kongress) veröffentlicht. Die Auswahl der spannendsten Vorträge erfolgt durch ausgewählte Vertreter des Kongressbeirats, die sich zusätzlich als Paten engagieren.

“Wir freuen uns, wieder ausgewiesene und hochkarätige Persönlichkeiten für die Mitarbeit im Kongressbeirat gewonnen zu haben”, sagt Prof. Dr. Peter Haas, der als Kongresspräsident maßgeblich an der Gestaltung des Programms beteiligt ist. “Die Zusammenstellung des Beirats aus über 30 Vertretern der wichtigsten Institutionen der Branche ermöglicht es uns, die Themen in den Kongress zu holen, die für die Branche wirklich relevant sind.”

Haas engagiert sich im Kongresspräsidium gemeinsam mit Dr. Carl Dujat, Udo Timmermann, Helmut Schlegel und Andreas Kassner. Sie repräsentieren die Branchenverbände, die die conhIT seit 2009 gemeinsam inhaltlich gestalten: GMDS e. V., BVMI e. V., ALKRZ, KH-IT e. V. und Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. als Initiator und Veranstalter der conhIT.

Das detaillierte Kongressprogramm soll Anfang 2013 feststehen. Fotos vom Beiratstreffen in Berlin, Informationen zum Kongressbeirat sowie ausführliche Informationen zur Gesamtveranstaltung und den Ausstellern der Industrie-Messe finden Sie unter www.conhit.de.

Die conhIT 2013 findet vom 9. bis 11. April 2013 auf dem Messegelände Berlin statt.

conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie Ärzte, Ärztenetze und MVZs, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in den vergangenen Jahren zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT 2013 wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

Europäische Unternehmen investieren trotz Krise stärker in Forschung und Entwicklung

Dienstag, den 28. August 2012 - Führende Unternehmen in der EU gehen davon aus, dass ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) im Zeitraum 2012-2014 jährlich um durchschnittlich 4 % steigen werden. So das Ergebnis einer Umfrage, die die Kommission bei einigen der am stärksten in FuE investierenden europäischen Unternehmen durchgeführt hat. Die Zahlen zeigen, welche Bedeutung die betreffenden Unternehmen – trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme – Forschung und Entwicklung als zentralem Faktor für ihr künftiges Wachstum und ihren Erfolg beimessen. Spitzenreiter ist die Branche der Software- und Computerdienstleistungen, die mit einem Anstieg der FuE-Investitionen um durchschnittlich 11 % pro Jahr rechnet. Unternehmensinterne Forschung und Entwicklung wird von den befragten Unternehmen als wichtigster Innovationstreiber gesehen, gefolgt von Marktforschung und damit verbundenen Tätigkeiten zur Einführung neuer Produkte.
“Dieser positive Trend bei den FuE-Investitionen der Unternehmen ist von entscheidender Bedeutung für Europas Wettbewerbsfähigkeit”, so Máire Geoghegan-Quinn, EU‑Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft. “Diese Unternehmen sind die wichtigsten Triebkräfte der Entwicklung hin zu einer stärker wissensbasierten und intelligenteren europäischen Wirtschaft. Unser künftiges Programm für Forschung und Innovation “Horizont 2000″ wird innovativen Unternehmen weiteren Auftrieb geben.”

Was den Einfluss der Politikmaßnahmen und externer Faktoren auf ihre Innovationstätigkeit anbelangt, verwiesen die befragten Unternehmen auf die starke positive Wirkung von steuerlichen Anreizen, staatlichen Finanzhilfen, EU-Fördermitteln und öffentlich-privaten Partnerschaften auf nationaler wie auch auf EU-Ebene. Negativ auf ihre Innovationstätigkeit ausgewirkt haben sich nach Angaben zahlreicher Unternehmen der für den Schutz der Rechte des geistigen Eigentums erforderliche Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten. Dies bestätigt, wie wichtig mit Blick auf die Förderung der Innovationstätigkeit der Unternehmen eine effiziente Regelung der Rechte des geistigen Eigentums ist.

Von den befragten Unternehmen wurden auch Angaben dazu erbeten, welche Bedeutung die verschiedenen Wege des Wissensaustauschs für sie haben. Kooperationsvereinbarungen mit anderen Unternehmen stehen hier an erster Stelle. Von Unternehmen, die in Branchen mit hoher FuE-Intensität tätig sind, wurden an zweiter Stelle Einlizensierung/Auslizensierung und danach Vereinbarungen mit Hochschulen und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen genannt. Für Unternehmen in Branchen mit mittlerer oder geringer FuE-Intensität sind Kooperationsvereinbarungen mit Hochschulen und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen wichtiger als Lizenzvergaben. Generell zeigen die Ergebnisse, welch große Bedeutung viele Unternehmen diesen verschiedenen Wegen des Wissensaustauschs beimessen, was als Indiz dafür gewertet werden könnte, dass offene Innovation (“open innovation”) eine immer größere Rolle spielt.

Die EU-Erhebung über FuE-Investitionstrends in der Wirtschaft (“EU Survey on R&D Investment Business Trends”) wurde von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission (Institut für technologische Zukunftsforschung, IPTS) und der Generaldirektion Forschung und Innovation durchgeführt.

Die Ergebnisse der Erhebung basieren auf den Antworten von 187 überwiegend großen Unternehmen (von 1 000 Unternehmen mit Sitz in der EU, die im EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie 2011 erfasst sind) (IP/11/1205 und MEMO/11/705). Die Befragung fand zwischen dem 16. Januar und dem 28. April 2012 statt.

Diese 187 Unternehmen stehen zusammengenommen für FuE-Investitionen in Höhe von fast 45 Mrd. EUR, was rund 40 % der gesamten FuE-Investitionen der 1 000 im EU‑Anzeiger erfassten Unternehmen und damit einem erheblichen Anteil an den FuE‑Investitionen der europäischen Unternehmen entspricht. Mit durchschnittlich 4 % ist der Anstieg etwas geringer ausgefallen als in der vorangegangenen Erhebung erwartet (5 %), was auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist.

Noch vor Ende 2012 wird die Europäische Kommission ihren nächsten EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie veröffentlichen, der eine Rangfolge der weltweit größten in FuE investierenden Unternehmen enthält.

Die Erhebung kann auf folgender Website eingesehen werden: http://iri.jrc.es/reports.htm

Quelle: http://europa.eu

Medizinische Übersetzer – keine Ausnahmen von der Regel

Armbruster, Siegfried (2011). Medizinische Übersetzer – keine Ausnahmen von der Regel  Veröffentlicht in: BW polyglott, November 2011, Ausgabe 2, S. 20

Die Sicht einer kleinen, hochspezialisierten Übersetzungsagentur

Pharma- und Medizintechnikunternehmen sind in besonderem Maße regulatorischen Vorga­ben unterworfen. Projekt-Verzögerungen oder Übersetzungsfehler können schwerwiegende und kostspielige Konsequenzen haben. Deshalb sind Unternehmen aus den GxP-Branchen, die die Richtlinien für „gute Arbeitspraxis” befolgen (müssen), – Großunternehmen ebenso wie zerti­fizierte Übersetzungsagenturen – auf der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau” der Über­setzungsbranche – dem medizinischen Fachüber­setzer.

Idealerweise sollten medizinische Übersetzer linguistische Kompetenz, medizinisches, phar­makologisches und technisches Fachwissen, Kenntnisse der relevanten regulatorischen Ver­ordnungen, Vorschriften und Standards sowie Kenntnisse der gängigen CAT-Tools (CAT = Com­puter assisted translation) etc. besitzen, und nach ISO 9001 und EN 15038 zertifiziert sein.

Linguistische Kompetenz

Über die erforderlichen linguistischen Kompeten­zen eines Übersetzers lässt sich diskutieren, aber nach EN 15038 muss mindestens eine der folgen­den Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Formale höhere Übersetzungsausbildung
  • Vergleichbare Ausbildung in einem anderen Fachbereich mit mindestens zwei Jahren doku­mentierter Übersetzungserfahrung
  • Mindestens fünf Jahre dokumentierte professi­onelle Übersetzungserfahrung

In EN 15038 sind auch andere Kompetenzen fest­gelegt, wie sprachliche und textliche Kompetenz in der Ausgangs- und Zielsprache, die kontinuier­liche berufliche Weiterbildung oder die Kompe­tenzen auf dem Gebiet der Recherche.

Fachkompetenz

Wie bei den medizinischen Berufen gibt es auch bei medizinischen Übersetzern unterschiedliche Spezialisierungen. Wer sich auf die Übersetzung von Beipackzetteln und Fachinformationen kon­zentriert, ist nicht unbedingt dafür geeignet, eine Benutzeroberfläche für ein Bildarchivierungs­und Kommunikationssystem zu lokalisieren, und Spezialisten für klinische Fragebögen kennen sich nicht notwendigerweise mit chirurgischen Instrumenten aus. Ich behaupte nicht, dass man ohne medizinische Ausbildung keine guten me­dizinischen Übersetzungen erstellen kann. Wer aber auf Terminologie-Seiten im Internet im Kon­text eines orthopädischen Textes über Wirbel­säulenchirurgie zum Beispiel den englischen Be­griff „cervical” dem Gebärmutterhals zuordnet oder in einer Übersetzung schreibt „Bei Diabe­tikern besteht das primäre Behandlungsziel da­rin, möglichst niedrige Blutzuckerwerte zu er­zielen”, zeigt, dass ihm jegliches Verständnis für den Inhalt des Ausgangstextes fehlt. Dies könnte im zweiten genannten Beispiel erhebliche Kon­sequenzen nach sich ziehen, sprich Unterzucke­rung mit nachfolgendem Zuckerschock bis hin zum Tode. Eine regelmäßige Weiterbildung und fundierte Recherchekenntnisse sind deshalb un­abdingbar, um sich das entsprechende Fachwis­sen anzueignen bzw. zu erhalten.

Als hochspezialisierte Übersetzungsagentur für Medizin sind wir immer bestrebt, „den” Spe­zialisten zu finden, und Übersetzer, die in ihrem Profil angeben, dass sie in Recht, Finanzen, Mar­keting, Tourismus und Medizin spezialisiert sind, kommen gar nicht erst in die engere Auswahl.

Regulatorische Kenntnisse

Im regulatorischen Bereich haben Übersetzer wie Übersetzungsagenturen noch Nachholbedarf. Viele Normen und Richtlinien schreiben den ge­nauen Wortlaut für Übersetzungen vor, und Dis­kussionen, ob eine andere Übersetzung besser klingt als der vorgeschriebene Wortlaut, sind un­nötig. Der Kunde muss das übersetzte Dokument womöglich bei einer Zulassungsbehörde einrei­chen und jede Abweichung vom vorgeschriebe­nen Wortlaut kann zur Ablehnung führen und er­hebliche Kosten verursachen.

Regulatorische Vorgaben können sich ändern. So wurden zum Beispiel kürzlich die Standard­texte für Medikamentenbeipackzettel geändert. Übersetzer, die sich nicht regelmäßig auf der Website der Europäischen Arzneimittelbehörde (www.ema.europa.eu) über Änderungen infor­mieren, laufen Gefahr, „falsche” Übersetzungen zu liefern. Dies ist nur ein Beispiel für regulato­rische Vorgaben. Die US-Norm ASTM 2503-05 schreibt unter anderem vor, dass Produkte, die nur unter bestimmten Bedingungen in MRT-Um-gebungen (MRT = Magnetresonanztomographie) betrieben werden können, mit „MR conditional” zu kennzeichnen sind. Wer das nicht weiß (oder recherchiert), wird kaum die Übersetzung „Be­dingt MR-sicher” verwenden, die im Entwurf der DIN 6877-1:2007-12 (Magnetresonanzeinrichtun­gen für die Anwendung am Menschen) vorge­schrieben ist.

CAT-Tools

Übersetzungskosten zu senken, wird oft als der wichtigste Grund für die Verwendung von CAT-Tools genannt. Gerade in den regulierten Bran­chen ist die Konsistenz der Übersetzungen jedoch viel wichtiger. In einem Projekt für ein Pharma­unternehmen fanden wir zum Beispiel bei einem Medikament, das in sechs verschiedenen Konzen­trationen zugelassen ist, bis zu vier verschiedene Übersetzungen für die gleichen Ausgangssätze. Für die Umstellung der Dokumentation von ei­nem dokumentenbasierten System auf ein Con­tent-Management-System müssen diese Über­setzungen konsolidiert werden. Dies verursacht nicht nur einen erheblichen Aufwand bei der Da­tenkonvertierung; die Dokumente der Medika­mente, die von den Änderungen betroffen sind, müssen in ihrer geänderten Form auch von den Zulassungsbehörden genehmigt werden. Mit kun­denspezifischen Translation-Memory-Systemen können CAT-Tools dieses Problem minimieren und dadurch Kosten einsparen, die die Kosten für die Übersetzung um ein Vielfaches übertreffen.

Rollen und Aufgaben

Um als medizinischer Übersetzer oder Überset­zungsagentur mit Schwerpunkt Medizin im aktu­ellen Umfeld erfolgreich zu sein, müssen wir uns vom klassischen Rollenverständnis des Überset­zers verabschieden.

Betrachten wir einmal die Übersetzung ei­nes medizinischen Fragebogens für eine klini­sche Studie (in der Ausgangssprache 482 Wor­te). Klar, werden viele denken, die Übersetzung kann ich in ein paar Stunden machen. Aber die­se Übersetzung ist nur ein Baustein im ganzen Ablauf der Lokalisierung des Fragebogens. Schon vor Projektbeginn wird in unserer Agentur je­der Satz und jeder Begriff in einer „Begriffsana­lyse” erläutert (2123 Worte). Anschließend wird der Fragebogen von zwei spezialisierten Über­setzern übersetzt. Ein Projektkoordinator beur­teilt die beiden Vorwärtsübersetzungen (Bewer­tung der Übersetzung) und erstellt daraus eine konsolidierte Übersetzung. In der Vorwärtsüber-setzungsanalyse (2586 Worte) begründet er für jedes Segment, warum er die eine oder andere Übersetzung bevorzugt oder eine dritte Überset­zung vorschlägt. Diese Version wird durch einen Rückübersetzer zurück in die Ausgangssprache übersetzt. Die Rückübersetzung wird dann vom Auftraggeber mit dem Ausgangstext verglichen und in Form einer Rückwärtsübersetzungsanaly-se (3235 Worte) mit dem Projektkoordinator dis­kutiert, um eventuelle Kontroversen aufzulösen. Die resultierende Übersetzung wird durch einen Mediziner kommentiert und mit dem Projektko­ordinator diskutiert (ärztlicher Prüfbericht, 7059 Worte). Diese Übersetzung wird in Interviews mit fünf Patienten validiert und die Ergebnisse im Pi­lotversuchsbericht (5298 Worte) dokumentiert und diskutiert. Nach Klärung aller Fragen wird sie vom Korrekturleser kontrolliert und die Änderun­gen werden im Änderungsprotokoll (826 Worte) begründet.

Um die endgültige übersetzte Version des Fra­gebogens (556 Worte) zu erstellen, wurden ohne die E-Mail-Kommunikation und einige kleinere Dokumente mitzuzählen, Dokumente mit einem Umfang von 21 127 Worten verfasst. An dem Pro­jekt, das zwei Monate in Anspruch nahm, waren ein Projektvorbereiter (ein Medical Writer), drei Übersetzer, ein Projektkoordinator (ein Überset­zer), ein Mediziner, ein Korrekturleser (ein Über­setzer) und ein Projektmanager des Auftragge­bers beteiligt.

Maschinelle Übersetzungen werden in diesem Arbeitsablauf noch lange keine entscheidende Rolle spielen. Den großen, nicht spezialisierten Übersetzungsbüros, die „perfect” auftreten oder die die Übersetzer mit Löwenanstrengungen in die Cloud zerren möchten, droht das gleiche Schick­sal wie den Vollsortimentern im Einzelhandel, ihre Zeit ist abgelaufen. Die Arbeitsabläufe in der viel gescholtenen und durch das Internet ermöglich­ten Globalisierung verschieben das Gleichgewicht in Richtung kleiner, hochspezialisierter Teams oder kleiner, hochspezialisierter Übersetzungs­agenturen, die den Kunden qualitativ hochwerti­ge Ergebnisse liefern. Daher ist es empfehlens­wert, sich kontinuierlich weiterzubilden, denn teamfähige Übersetzer mit entsprechenden Qua­lifikationen werden zunehmend gesucht.

Armbruster, Siegfried (2011). Medizinische Übersetzer – keine Ausnahmen von der Regel  In: BW polyglott, November 2011, Ausgabe 2, S. 20

Willkommen!

Was ist das Ziel dieses Blogs?

Pharma-Unternehmen, medizintechnische Unternehmen, Gesundheitsdienstleister und Unternehmen aus verwandten Branchen, wie z. B. die chemische oder Nahrungsmittelindustrie, müssen immer komplexere regulatorische Anforderungen erfüllen.

Speziell in Europa, aber auch in Nord-Amerika und Asien, sind die Unternehmen in hohem Maße verpflichtet, eine Reihe von Dokumente in die jeweiligen Landessprachen zu übersetzen und zu veröffentlichen. Dabei gibt es eine Vielzahl von nationalen und internationalen Vorschriften und Richtlinien (z. B. REACH-CLP, MSDS, EMA-Templates für PILs und SPCs usw.) zu beachten. Diese Vorschriften haben zum Teil einen direkten Einfluss auf die anzufertigenden Übersetzungen, da sie entweder den Wortlaut genau vorgeben oder weil z. B. bezüglich des Inhaltes für Einwilligungsformulare für klinische Studien in Europa andere Richtlinien gelten als in den USA.

Übersetzungsdienstleister, die diese Richtlinien nicht genau kennen und umsetzen, laufen Gefahr, ihren Kunden fehlerhafte Übersetzungen zu liefern, was nicht nur zum Verlust des Kunden führen, sondern auch erhebliche Kosten verursachen kann.

Leider sind viele Sprachdienstleister und Freelancer nicht vertraut mit diesen Vorschriften und Richtlinien. Ebenso ist vielen Auftraggebern nicht bekannt, wie sie geeignete Dienstleister identifizieren können, bzw. wie man mit diesen Dienstleistern am besten kooperiert, um eine optimale Qualität zu erzielen.
Egal ob es sich um die Übersetzung eines Einwilligungsformulars für eine klinische Studie, die Lokalisierung einer PACS-Software oder Firmen-Website, oder um SOPs für die Herstellung eines Grippe-Impfstoffs handelt – unserer Meinung nach erfordern alle Projekte nicht nur regulatorische, domainspezifische und linguistische Kenntnisse, sondern auch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Wie so oft in der Medizin ist das Team, in dem jeder eine bestimmte Rolle erfüllt, die Voraussetzung, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Mit unserem Blog möchten wir eine Brücke schlagen zwischen Unternehmen aus den GxP-Branchen und den Sprach- und Dokumentendienstleistern, um diese Teambildung durch gegenseitiges Verständnis zu unterstützen.

Der Themenkreis, den wir in diesem Blog behandeln möchten, umfasst:
• regulatorische Themen
• relevante Standards und Richtlinien
• Tools, die von Sprachdienstleistern in den Bereichen Übersetzung und Qualitätssicherung verwendet werden
• Prozesse, deren Bedeutung und Einsatzgebiete oft nicht klar sind (z. B. Back-Translation, linguistische Validierung)

Natürlich wird unser Team auch Neuigkeiten aus der Industrie und von Zeit zu Zeit etwas zur Entspannung posten.