Webinare zum Thema medizinische Übersetzung (auf Deutsch) mit BDÜ-Rabatt

The respiratory system, eps10Wir möchten Sie heute auf eine Serie von Webinaren zum Thema Medizinische Übersetzung auf Alexandria aufmerksam machen,- die Sie vielleicht interessieren könnten:

Grundlagen für medizinische Übersetzer 1: Medizinische Terminologie – Einführung (27.02.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 2: EMA-Templates (27.03.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 3: Anatomie/Physiologie – Herz-Kreislaufsystem (24.04.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 4: Anatomie/Physiologie – Atmung/Lunge (22.05.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 5: Textarten – Gebrauchs- und Fachinformation (PIL & SmPC) (26.06.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 6: Anatomie/Physiologie – Skelett/Bewegungsapparat (25.09.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 7: Medizintechnik – Blutdruck/EKG/Herzkatheter (30.10.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 8: Medizintechnik – Orthopädische Implantate, Schrauben/Platten/Stangen usw. (27.11.2014)
Grundlagen für medizinische Übersetzer 9: Anatomie/Physiologie – Nervensystem (11.12.2014)

Sie müssen sich nicht für die ganze Serie anmelden – gerne können Sie sich auch für einzelne Webinare anmelden.

BDÜ-Mitglieder kriegen einen Rabatt auf jedes Webinar: bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Interesse haben (alternativ finden Sie alle Informationen darüber in MeinBDÜ, in der Konferenz “Webinare”).

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Eindrücke und Trends 2013/2014

2013 - 2014(English version: click here)

Im Januar 2012 hatte ich für das Jahr 2012 folgende Aussagen gemacht:

  • Zunehmendes Auftragsvolumen
  • Steigendes Preisniveau für qualifizierte Übersetzungen
  • Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung
  • Technisierung hilft, aber Definition von Austauschformaten und Workflows muss weiter vorangetrieben werden
  • Die maschinelle Übersetzung hat ihre Versprechungen bisher nicht erfüllt
  • Übersetzerverbände sind gefordert, das Aus- und Weiterbildungsangebot auszubauen
  • Die Interessenvertretung der Übersetzungsbranche muss gestärkt werden

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Auch für das Jahr 2013 blieben die Themen mehr oder weniger dieselben, wie sich dem entsprechenden Blick auf 2013 entnehmen lässt.

Für das Jahr 2014 haben sich die Themen für uns etwas verschoben, aber an erster Stelle bleibt nach wie vor:

- Auftragsvolumen und Preise für qualifizierte Übersetzungen steigen
- Soziale Netzwerke und Internet-basierte Marktplätze für Übersetzungsdienstleistungen
- Zunehmende Technisierung/Interoperabilität der Übersetzungstools
- Maschinelle Übersetzung
- Der Blick nach vorne – 2014
- Spezialisierung, Weiterbildung
- Diversifikation
- Der Markt teilt sich weiter
- Schlussbetrachtungen


Auftragsvolumen und Preise für qualifizierte Übersetzungen steigen

In diesem Zusammenhang ist z. B. eine Studie eines unabhängigen Marktforschungsunternehmens für Käufer von Übersetzungsdienstleistungen sehr interessant. Schon in der Zusammenfassung des Berichtes gibt es 3 Abschnitte mit spannenden Aussagen.

Aussage 1 der Studie von IBISWorld:

“Prices have risen moderately over the past three years, and are forecast to continue rising at a slightly slower rate through 2016. Price increases are due to a recent rise in demand for translation services stemming from increased globalization, rising immigrant populations and growing world trade values.”

Im Gegensatz zur oft geäußerten Meinung vieler Übersetzer steht hier, dass die Preise in den letzten drei Jahren gestiegen sind und auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Einer der genannten Gründe dafür ist die Zunahme des Volumens an Texten, die übersetzt werden müssen. Über dieses anhaltende Wachstum des Marktes hat Common Sense Advisory schon im Juni berichtet: The language services industry continues to grow, albeit slowly. LSPs: look up and smile. You are part of an industry that is worth US$34.778 billion and continues to grow at 5.13%, despite macroeconomic indicators telling a different story.“ 

Aussage 2 der Studie von IBISWorld:

Buyers must pay the prevailing market price in order to purchase translation services, because there are no equivalent alternatives beyond employing a team of in-house translators. Also detrimental to buyer power is the level of specialization among translation services. There are far fewer suppliers capable of translating rare or highly technical language, making the acquisition of these services more expensive.

Die zweite Aussage der IBISWorld-Studie enthält einigen Sprengstoff. Es wird nicht nur darauf hingewiesen, dass es außer einem Team von Inhouse-Übersetzern keine Alternative zu freiberuflichen Übersetzern gibt, was schlichtweg bedeutet, dass die maschinelle Übersetzung nicht als gangbare Alternative betrachtet wird, sondern es wird auch ganz klar die Aussage gemacht, dass es nur wenige Übersetzer für seltene Sprachen oder spezielle technische Fachgebiete gibt, wodurch der Einkauf dieser Dienstleistungen teurer wird. Wer das nicht als Argument für eine weitere Spezialisierung der Freiberufler wertet, sollte sich vielleicht die dritte Aussage in der Studie anschauen.

Aussage 3 der Studie von IBISWorld:

In general, however, the total number of translation services suppliers has increased considerably in the past three years, due in part to rising internet usage. The majority of suppliers are independent, nonemploying translators. The internet has made it simpler for independent suppliers to find clients and to start their own businesses. The large number of competitors and low market share concentration among translation services providers help to moderate price increases and provide buyers with leverage when negotiating price.

Hier steht ganz deutlich, dass Einkäufer von Übersetzungsdienstleistungen dort, wo es nicht auf spezialisierte Dienstleistungen ankommt, das große Angebot an Dienstleistern nutzen können, um die Preise in Verhandlungen zu drücken.

Soziale Netzwerke und Internet-basierte Marktplätze für Übersetzungsdienstleistungen

In diesem Bereich habe ich im letzten Jahr leider nicht nur positive Entwicklungen gesehen. Der Trend zeigt deutlich, dass die bisherigen Übersetzerplattformen (Proz.com, Translatorscafe etc.) immer mehr an Bedeutung verlieren. Leider nehmen aber die Billigheimer-Plattformen wie oDesk, Elance und wie sie alle heißen zu, und das Schlimme daran ist, dass durch diese Plattformen der Eindruck vermittelt wird, qualifizierte Übersetzungen wären für Peanuts erhältlich. Auch hier sind es die Übersetzer selbst, die durch Unterstützung dieser Plattformen den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

social networks, vintage sign

Auf Facebook kam es leider zu einer ausgeprägten Zersplitterung der Übersetzer-Gruppen. Neben den klar definierten Gruppen, die sich bestimmten Aufgaben widmen (z. B. “Find a Translator” für Jobs, “Translators helping Translators” für Terminologiehilfe, “Glossarissimo” als Glossarsammlung), gibt es inzwischen unzählige Gruppen für Übersetzer, so dass es praktisch unmöglich ist, auch nur annähernd allen zu folgen (für deutschsprachige Übersetzer kann man z. B. die Gruppe “Übersetzer/innen” empfehlen, für englischsprachige ist sicherlich “Watercooler” eine empfehlenswerte Gruppe). Es ist erstaunlich, wie viele gute Jobs inzwischen über Facebook vermittelt werden. Daher ist eine professionelle Teilnahme in den oben genannten Gruppen sicherlich empfehlenswert.

Auch LinkedIn und Xing entwickeln sich zunehmend zu Plattformen, auf denen LSPs Freelancer suchen und LSPs und Freelancer Kontakte zu Endkunden knüpfen können.

Für diejenigen, die auf Twitter unterwegs sind, bieten wir mit dem Konto @Translate_Jobs einen Aggregator, um Jobangebote aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Ähnliche Angebote bieten wir für Nachrichten aus der Übersetzungsindustrie mit @Translate_News, interessante Blogs und Ereignisse aus der Übersetzungsindustrie sind auf @Translate_Blogs und @TranslateEvents zu finden.

Zunehmende Technisierung/Interoperabilität der Übersetzungstools

Auf diesem Gebiet hat sich im letzten Jahr viel getan. Sowohl SDL Trados als auch MemoQ haben sich bemüht, die Interoperabilität zwischen den gängigsten Produkten zu verbessern. Dabei wurden erhebliche Fortschritte erzielt, und selbst bei across mehren sich die Anzeichen für eine Öffnung der Plattform. Insgesamt gesehen ist dies eine sehr positive Entwicklung, da wir als LSP oder Freelancer nicht mehr notwendigerweise mit mehreren Tools arbeiten müssen. Aus unserer Sicht scheint der Hype um die online TM-Tools und Crowdsourcing-Tools wieder etwas nachgelassen zu haben, das kann allerdings auch daran liegen, dass diese Tools möglicherweise in einem anderen Marktsegment ihren Platz gefunden haben. Nach wie vor bin ich mehr als misstrauisch gegenüber Tools, bei denen ich keine Kontrolle über meine TMs habe, bzw. je nach Tool überhaupt kein TM habe.

Jenseits der TM-Tools gibt es allerdings weitere Tools, die in vielen Marktsegmenten der Übersetzungsbranche eine entscheidende Rolle spielen. Auch wenn wir es nicht lieben, gehört dazu z. B. die Bearbeitung von PDF-Dateien, und es ist erschreckend, wie viele Übersetzer kein Verständnis über die Funktion und den Aufbau von PDF-Dateien haben. Wer versucht, PDF-Dateien, egal mit welchem TM-Tool, zu übersetzen, ist selbst schuld, wenn er/sie dabei Probleme hat. Es gibt genügend Fortbildungsangebote (z. B. “PDF: der tägliche Horror“), die erklären, wie man PDF-Dateien bearbeiten kann.

Eine andere Technologie, die leider viel zu wenig Beachtung findet, ist Spracherkennungssoftware. Mit Dragon Naturally Speaking lässt sich zaubern und der Produktivitätszuwachs, der damit in manchen Bereichen erzielt werden kann, lässt selbst eingefleischte MT/PEMT-Anhänger vor Neid erblassen.

Das bringt uns natürlich direkt zu einem der am kontroversesten und teilweise fast schon hysterisch diskutierten Thema der Übersetzungsbranche: die angebliche Bedrohung durch MT.

Maschinelle Übersetzung

Die teilweise hysterischen Ängste, die viele Übersetzer bezüglich MT haben, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man sich genau anschaut was auf dem Markt abläuft, kann man verschiedene interessante Details erkennen. Es gibt einige wenige Unternehmen, die den Markt hauptsächlich über Pressemitteilungen und Marketingaktivitäten dominieren, aber jetzt mal Butter bei die Fische, hat irgendjemand schon mal einen mit MT übersetzten Text von Asia Online oder KantanMT gesehen? Sind die so gut, dass man es nicht einmal bemerkt, oder so schlecht, dass niemand die Dienstleistungen kauft. Warum hat Sajan, ein großer LSP, der seit Jahren auf MT setzt, eigentlich gerade von Asia Online zu KantanMT gewechselt (siehe hier). Hat Asia Online doch nicht die 2011 von Sajan so hoch gelobten Ergebnisse gebracht? Oder beginnt hier ein Preiskampf zwischen gleichwertigen Anbietern?

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TriKonf Conference 2013

Wir haben uns während der Trikonf-Konferenz 2013 eingehend mit dem Thema MT beschäftigt, und Jutta Witzel hat es in ihrem MDÜ-Artikel (MDÜ 6/13) wunderschön auf den Punkt gebracht. Ihrer Meinung nach “hat die Trikonf nachhaltig Befürchtungen ausgeräumt, maschinelle Übersetzungen könnten die Arbeit von Humanübersetzern ernsthaft gefährden”. Prof. Philip Koehn hatte in seiner Keynote wirklich anschaulich verdeutlicht, wofür MT eingesetzt werden kann und wofür eben nicht. Eine seiner Kernaussagen war “Ein maschinelles Übersetzungssystem wird niemals den Punkt erreichen, an dem es den Humanübersetzer ersetzen kann”.

Leider vergessen viele Übersetzer oft, dass die meisten der Tools wie Trados, MemoQ, Wordfast, OmegaT, DéjaVu oder auch across, mit denen wir heute arbeiten, auf frühen Arbeiten der MT-Pioniere basieren. TMs, AutoSuggest, Subsegment Matching, AutoAssemble usw., all das sind Funktionalitäten, die aus dem MT-Bereich kommen.

Prpf. Philipp Koehn at TriKonf 2013

Prof. Philipp Koehn delivering his keynote speech at TriKonf 2013

Prof. Koehn sieht deshalb auch die Notwendigkeit, Übersetzer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Zwei Projekte dazu laufen bereits: Casmacat und Matecat. Es lohnt sich, sich darüber zu informieren und vielleicht sogar dabei mitzumachen.

Meine Überzeugung ist und bleibt, dass MT und MT-Funktionalität am besten in den Händen von Übersetzern aufgehoben ist, und dort auch am besten funktioniert.

Der Blick nach vorne – 2014

Trends 2014

Spezialisierung, Weiterbildung

Webinar Concept, educationDie Spatzen pfeifen es von den Dächern und die Analysten belegen es mit Zahlen: Spezialisierung ist ein Weg, mit dem sich größere Auftragsvolumina, höhere Preise und bessere Gewinne erzielen lassen. Dazu ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Der Weg der Spezialisierung ist steinig. Neben den Weiterbildungsangeboten der Fachgesellschaften (z. B. BDÜ, ITI, ATA) gibt es jedoch auch „private“ Plattformen mit qualifizierten Weiterbildungsangeboten. Dazu gehören neben den großen MOOCs Plattformen, wie z. B. Coursera oder Udemy auch kleine spezialisierte Anbieter, die spezifische Angebote für die Übersetzungsindustrie zur Verfügung stellen, wie z.B. eCPD Webinars und natürlich das Weiterbildungsangebot vom BDÜ (unter “Seminare”) unsere eigene Weiterbildungsplattform „The Alexandria Library“, die wir erst vor einem Jahr gegründet haben. Für 2014 haben wir mit der Library einiges vor, und werden sie bald um das Auditorium erweitern.

Neben den Fortbildungsangeboten für „etablierte“ Übersetzer wird es allerdings auch immer wichtiger, direkt in die Unis zu gehen. Es kann doch nicht wahr sein, dass die Studenten an sogenannten renommierten Übersetzungsschulen und Universitäten, die einen Kurs in medizinischer Übersetzung besucht haben, noch nie was von den EMA-Templates gehört haben. Da muss wohl etwas mehr Realität und etwas weniger Translationswissenschaft vermittelt werden.

Es ist zu erwarten, dass die privaten Anbieter und wahrscheinlich auch die Übersetzerverbände versuchen werden, diese Lücke zu schließen. Am besten lässt sich dies natürlich an den Unis bewerkstelligen, deshalb würde ich mir wünschen, dass:

  • die Unis mehr den Kontakt zu erfahrenen Übersetzerkollegen und Agenturen suchen würden, um diese in die Ausbildung einzubinden
  • mehr erfahrene Übersetzer an die Unis gehen würden

Diversifikation

Eines der Schlagworte 2013 war sicherlich Diversifikation, je nach Betrachtungsweise ein Hype oder ein Trend, der sicherlich auch durch das sehr lesenswerte Buch von Nicole Y. Adams „Diversification in the Language Industry“ ziemlich angeheizt wurde. Inwieweit Diversifikation einer Spezialisierung entgegenläuft, oder diese sogar unterstützt, ist nicht immer ganz deutlich. So wäre z. B. Medical Writing als zusätzliche Spezialisierung eines medizinischen Übersetzers meiner Meinung nach auch gleichzeitig ein Schritt in Richtung Diversifikation. Bei anderen Diversifikations-Aktivitäten sehe ich doch einige Risiken, die z. B. auch in dem Wikipedia-Artikel zur Produkt-Markt-Matrix angesprochen werden.

Der Markt teilt sich weiter

Wenn man erfahrenen Kollegen wie Chris Durban, die übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch geschrieben hat, zuhört, beschreibt sie zwei Übersetzergruppen, „Bulk“ und „Premium“ Übersetzer. Ich beschreibe diese Segmente eher als, Übersetzer, die zum „Buyers Market“ oder „Sellers Market“ gehören. Beide Beschreibungen beziehen sich eigentlich auf sehr ähnliche Marktsegmente.

Das „Bulk/Buyers Market“ Segment ist geprägt von einem deutlichen Druck auf die Preise, einem Überangebot an Übersetzern oder solchen, die sich als Übersetzer bezeichnen. Dieses Marktsegment sehe ich als große Bedrohung für die gesamte Branche, da sie potentiellen Kunden zwei negative Eindrücke vermittelt:

a) Übersetzungen sind für Peanuts zu haben
b) Wir bekommen so häufig schlechte Qualität, dass es sich wahrscheinlich eh nicht lohnt, mehr zu zahlen, da wir die Übersetzungen sowieso nacharbeiten müssen.

Übersetzer im Premium/Sellers Market“ Segment kennen die Probleme kaum, sie sind meistens ausgebucht, erzielen ordentliche Umsätze. Man trifft sie oft auf Konferenzen, bei Fortbildungsveranstaltungen und anderen Industrie-Events.

Jerzy Czopik, ein Kollege, den ich sehr schätze, bringt es regelmäßig auf einen Punkt, wenn er über das Bulk/Buyers Market“ Segment sagt´: “Wir erreichen die Leute in diesem Segment leider nicht, sie sind keine Mitglieder in den Übersetzerverbänden, sie nehmen nicht an Fortbildungsveranstaltungen teil und wursteln oft nur so vor sich hin.“ Er hat recht, und ich habe auch keine Idee, wie sich das ändern lassen könnte. Natürlich wäre es genau für diese Übersetzer wichtig, sich fortzubilden und zu netzwerken, sie würden am meisten davon profitieren, aber genauso wichtig ist es für die Übersetzungsbranche, sich um diese Übersetzer zu kümmern, da sie sonst längerfristig in der Übersetzungsbranche mehr Schaden verursachen können, als alle aktuellen und zukünftigen MT-Lösungen zusammen.


Schlussbetrachtungen

Fotolia_58454679_XS_copyrightWas hat sich 2013 geändert? Nicht wirklich viel, leider hat der erwartete Ruck in der Übersetzungsbranche nicht stattgefunden, es wird immer noch viel gejammert und gemeckert. Anstatt sich aufzuraffen und etwas für die Branche zu tun, zersplittert die Übersetzungsbranche weiter. Nein, es hilft nicht, sich selbst als „außergewöhnlich“ zu bezeichnen, „stolz zu sein“, als Übersetzer zu arbeiten, zu fordern, dass „man seinen Übersetzer lieben soll“ oder sich in noch mehr selbst geschaffene Häuptlings-Pöstchen zu flüchten. Nein, es hilft auch nicht, ständig gegen MT und die bösen Agenturen zu wettern. Das einzige Rezept, das der Branche auf Dauer hilft, ist:

- Mitglied zu werden in den etablierten Übersetzerverbänden und dort mitarbeiten, um diese zu stärken
- Fortbildung/Spezialisierung/Professionalisierung
- Nein sagen zu Aufträgen, die schlecht bezahlt werden oder außerhalb des eigenen Fachbereichs liegen
- Anfänger und Studenten unterstützen, damit sie in die Branche rein wachsen können, ohne dass sie Opfer der Hyänen und Aasgeier in unsere Branche werden.

In diesem Sinne frohes Schaffen für das Jahr 2014, und nicht vergessen, im August zum 20. Weltkongress der FIT in Berlin und im Oktober zur MedTranslate 2014 in Freiburg zu kommen.

Berufsverbände für Dolmetscher fordern humanitäres Asylverfahren für afghanische Kollegen

Pressemitteilung vom BDÜ

(Berlin) – In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel fordern der Internationale Verband der Konferenzdolmetscher (AIIC) und der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) ein vereinfachtes Asylverfahren für die afghanischen Dolmetscher der Bundeswehr aus dringenden humanitären Gründen.

Aktuelle Praxis sind Einzelfallprüfungen durch eine interministerielle Arbeitsgruppe, die bisher alle Asylanträge abgelehnt hat.

Heute arbeiten rund 3.000 Afghanen im Rahmen des deutschen Engagements in Afghanistan, darunter 375 Dolmetscher der Bundeswehr. Nach dem geplanten Abzug der Afghanistan Schutztruppe ISAF zählen sie und ihre Familien, aufgrund ihrer direkten Arbeit mit den Kampfeinheiten, nach allgemeiner Einschätzung zu den am meisten gefährdeten Personengruppen. In ihrem Schreiben stellen die Verbände fest, Deutschland bleibe bei der Gewährung von Asyl in Anerkennung der Gefahren, denen sich die afghanischen Dolmetscher derzeit ausgesetzt sehen, hinter anderen Staaten zurück: “Zum Zeitpunkt dieses Schreibens sind de facto sehr wenige Anträge durch die zuständige interministerielle Arbeitsgruppe geprüft worden, und darüber hinaus wurden alle mit knapper oder sogar ohne Begründung abgewiesen.”

Linda Fitchett, Präsidentin der AIIC, erläutert: “Die bisherige Praxis verlangt von jedem Dolmetscher einen individuellen Nachweis der persönlichen Gefährdungslage, zum Beispiel eine schriftliche Morddrohung. Dabei liegt es auf der Hand, dass dieser Nachweis nur in Ausnahmefällen zu führen ist. Die afghanischen Dolmetscher leben in ständiger Gefahr und sind wiederholt bedroht worden. Nach unserer Ansicht ist Deutschland in der Pflicht, denjenigen von ihnen, die der Bundeswehr gedient haben, ein Aufenthaltsrecht aus dringenden humanitären Gründen nach §22 des deutschen Aufenthaltsgesetzes zu gewähren.”

André Lindemann, Präsident des BDÜ, fügt hinzu: “Die Arbeit der Dolmetscher in Afghanistan ist gefährlich. Sie arbeiten unter Einsatz ihres Lebens. Doch nur mit der sprachlichen Unterstützung durch die Dolmetscher können die deutschen Streitkräfte in Afghanistan ihrem Arbeitsauftrag umfassend gerecht werden. Daher ist die wichtige Leistung dieser Ortskräfte unbestritten. Aber genau durch diese Arbeit entsteht für sie jetzt eine besondere Bedrohungssituation. Deshalb trägt Deutschland auch eine besondere Pflicht, nach dem Abzug der Truppen, diesen Menschen hier ein Leben in Sicherheit zu ermöglichen.”

Auch international setzen sich AIIC und BDÜ für eine bessere rechtliche Ausstattung von Dolmetschern in Krisengebieten ein, die Verbände kooperieren dazu mit dem Weltübersetzerverband (FIT), dem Internationalen Verband professioneller Übersetzer und Dolmetscher (IAPTI) sowie Red T, einer gemeinnützigen Organisation für den Schutz von Übersetzern und Dolmetschern in hochrisikogefährdeten Einsätzen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Birgit Golms, Pressesprecherin
Uhlandstr. 4-5, 10623 Berlin
Telefon: (030) 88712830, Fax: (030) 88712840
E-Mail: presse@bdue.de
Internet: http://www.bdue.de

Gute Gesundheitsversorgung braucht mehr IT

bvitg_logo[bvitg-Positionspapier zur Gesundheitspolitik]
Quelle: bvitg.de

Um die zunehmende Bedeutung und die Potentiale von IT-Lösungen in einem modernen und nachhaltigen Gesundheitswesen zu würdigen, veranstaltete der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. am 15. Mai in der Niederländischen Botschaft in Berlin das sogenannte “Frühlingserwachen”, den parlamentarischen Abend des Verbands. Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien nutzten die Gelegenheit zum intensiven Dialog mit Branchenexperten.

Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des bvitg, verdeutlicht die Notwendigkeit des Austauschs: “Unser Ziel ist es, den Mehrwert der IT für das deutsche Gesundheitswesen aufzuzeigen. Die gesamte Gesundheitsversorgung profitiert von den Möglichkeiten, die mit innovativen IT-Lösungen zu realisieren sind. Dafür brauchen wir Einigkeit und Akzeptanz bei Entscheidern, Leistungserbringern, Herstellern und Patienten.”

Auch der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Stefan Kapferer, betonte in seiner Begrüßungsrede die Relevanz der aufstrebenden Health IT-Branche und die Notwendigkeit der allgemeinen Akzeptanz. Eine bessere kommunikative Vernetzung zwischen den Institutionen sei notwendig. Dafür sei die Festlegung einheitlicher Standards unerlässlich.

In einer Fragerunde mit Vertretern der Bundestagsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestanden die Politiker ein, dass bisher Chancen ungenutzt blieben. Der schleppende Aufbau der Telematikinfrastruktur und die verzögerte Einführung der elektronischen Gesundheitskarte habe die Akzeptanz verringert, und zudem dazu geführt, dass die derzeit genutzten technischen Möglichkeiten bei Weitem nicht dem heute Möglichen entsprechen – darin waren sich Birgitt Bender, MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Dr. Rolf Koschorrek, MdB, CDU, einig.

IT ist für ein nachhaltiges und modernes Gesundheitswesen unerlässlich: Sie schafft Effizienz, Effektivität und Transparenz bei allen Beteiligten und ermöglicht eine sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung, die die Patienten in den Mittelpunkt stellt. Welche Voraussetzungen dafür aus Sicht des bvitg geschaffen werden müssen, beschreibt der Verband nun in dem Positionspapier „Gute Gesundheitsversorgung braucht mehr IT“. Das Positionspapier steht ab sofort auf der bvitg-Website zum Download bereit.

So zieht Bernhard Calmer ein positives Fazit des Abends, sieht aber auch noch weiteren Handlungsbedarf: “IT ist das Werkzeug für eine bessere Medizin. In den letzten Monaten hat sich einiges getan, was uns weiter voranbringen wird. Jedoch gibt es noch viele Herausforderungen zu überwinden. Dies möchten wir gemeinsam mit den Akteuren der deutschen Gesundheits-IT-Landschaft angehen”.

Das Positionspapier des bvitg e. V. finden Sie unter: http://www.bvitg.de/positionspapier.html.

Fotos des Frühlingserwachens stehen unter http://www.bvitg.de/aktivitaeten.html zum Download bereit.

Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.
Der bvitg e. V. vertritt in Deutschland die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen, deren Produkte je nach Segment in bis zu 90 Prozent des ambulanten und stationären Sektors inklusive Reha-, Pflege- und Sozialeinrichtungen eingesetzt werden. Über 70 Prozent der Unternehmen sind international tätig. Der Bundesverband ist im Frühjahr 2011 aus dem Zusammenschluss des VDAP e.V. mit dem 1996 gegründeten VHitG e. V. hervorgegangen.

Die VHitG Service GmbH, die als hundertprozentige Tochtergesellschaft des bvitg e. V. auftritt, organisiert den verbandseigenen Branchentreff conhIT – Connecting Healthcare IT.

Interview mit André Lindemann, Präsident des BDÜ

Im Rahmen unserer Serie “People who rock the industry” haben wir André Lindemann, Präsident des BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) interviewt. Die Englische Übersetzung ist hier verfügbar.


A.LindemannHallo André. Vielen Dank für Ihre Zusage für dieses Interview. Können Sie uns etwas über Ihren Background und Ihre Karriere erzählen? Wer sind Sie und wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Ich bin unweit der deutsch-polnischen Grenze in der Mark Brandenburg aufgewachsen, wo ich auch jetzt wieder meinen Lebensmittelpunkt habe. Mittlerweile bin ich in der zweiten Hälfte meines Lebens angelangt, glücklich verheiratet und habe einen inzwischen erwachsenen Sohn.

Ursprünglich wollte ich nach meiner Schulzeit ein Studium der Kriminalistik aufnehmen. Dann habe ich mich Anfang der 80er Jahre von meinem zukünftigen Dienstherrn – dem  Innenministerium der ehemaligen DDR – überreden lassen, es doch mit einem Hochschulstudium zum Diplom-Sprachmittler (Dolmetscher und Übersetzer) zu versuchen, welches ich an der Universität Leipzig 1986 für die Sprachen Polnisch und Russisch abgeschlossen habe. Anschließend habe ich im Innenministerium bis Ende 1990 für alle Bereiche des Ressorts (Polizei, Strafvollzug, Feuerwehr usw.) gedolmetscht und übersetzt. Nach der politischen Wende und einer dreijährigen Phase des ständigen Arbeitsplatzwechsels und der beruflichen Orientierung bin ich letztendlich im Jahr 1994 wieder als angestellter Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei gelandet.

Sie sind Dolmetscher und Übersetzer bei der Polizei des Landes Brandenburg und nebenher selbstständig tätig. Können Sie uns einen typischen Tagesablauf beschreiben?

Wenn keine Dolmetscheinsätze außerhalb der üblichen Bürodienstzeiten oder des Sitzes der Dienststelle anstehen, fahre ich morgens über die Grenze nach Polen in mein Büro im Gemeinsamen Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko und unterstütze dort mit meinen Übersetzungen die Kollegen im internationalen polizeilichen Rechtshilfeverkehr oder bei der Koordinierung der deutsch-polnischen polizeilichen Zusammenarbeit. Mehrmals wöchentlich sind Gespräche, Arbeitsberatungen, Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen mit Vertretern polnischer und deutscher Sicherheitsbehörden (Polizei, Grenzschutz, Zoll, Staatsanwaltschaften etc.) zu dolmetschen. An meiner beruflichen Tätigkeit liebe ich gerade diese Abwechslung zwischen dem Dolmetschen und Übersetzen besonders.

Die nebenberufliche selbstständige Tätigkeit ist bei mir derzeit auf das Wahrnehmen von Terminen zum Dolmetschen bei Gerichten und das Übersetzen für einige wenige Stamm- und Neukunden beschränkt.

Den überwiegenden Teil meiner Freizeit widme ich meiner Arbeit für den BDÜ. Wie die gesamte Branche befindet sich auch der Verband in einer Phase des Wandels, den ich durch meine Tätigkeit aktiv mit gestalten darf. Die kollegiale Zusammenarbeit in den Verbandsgremien in nahezu familiärer Atmosphäre bringt mir – verbunden mit den meist positiven Ergebnissen der Arbeit, eine extrem große Zufriedenheit.

Ihre Fremdsprachen sind Russisch und Polnisch. Warum nicht auch Englisch? Wie kommt man heute, in 2013, in diesem Beruf ohne Englisch zurecht?

Mittlerweile arbeite ich als Dolmetscher sogar nur noch mit einer Arbeitsfremdsprache – Polnisch. Ich fertige zwar noch Übersetzungen aus der russischen Sprache an, bin dort aber nicht mehr als Dolmetscher tätig, weil mir nach Jahrzehnten ohne entsprechende Tätigkeit die notwendige Praxis fehlt.

In der beruflichen Praxis komme ich ganz gut ohne Englisch zurecht, dort habe ich es fast ausschließlich mit deutschen und polnischen Polizeibediensteten zu tun. Anders sieht es in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den BDÜ aus, in der mein Englisch gerade bei internationalen Treffen und Konferenzen nicht immer ausreicht und leider die wenigsten Teilnehmer Polnisch sprechen. Deshalb versuche ich gerade, meine Kenntnisse der englischen Sprache ein wenig aufzufrischen. In wichtigen Gesprächen vertraue ich dann aber immer auch auf die Unterstützung eines kompetenten Dolmetschers.

Sie sind Präsident des BDÜ. Können Sie uns etwas über den BDÜ erzählen – seine Ziele, Strukturen und Aufgaben?

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist mit über 7.000 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert etwa 80 Prozent aller organisierten Übersetzer und Dolmetscher in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Industrie, Handel sowie bei allen Fragen bezüglich der Aus- und Weiterbildung von und für Sprachmittler. Erfahrene Mitglieder des Verbandes treten beispielsweise auch als Gutachter für Übersetzungen, als Prüfer an staatlichen Prüfungsämtern oder als Berater bei der Entwicklung neuer Fachausbildungen auf.

Der BDÜ vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von professionellen Dolmetschern und Übersetzern. Als Dachverband repräsentiert der BDÜ-Bundesverband mit Sitz in Berlin die ihm angeschlossenen 13 Mitgliedsverbände. Die Mitgliedsverbände arbeiten auf Ebene der Bundesländer oder berufsgruppenorientiert wie zum Beispiel der „Verband der Konferenzdolmetscher e.V. (VKD) im BDÜ“. International ist der BDÜ mit europäischen Organisationen wie z. B. EULITA oder FIT Europe sowie dem Weltdachverband der Übersetzer FIT, und der CIUTI vernetzt.

BDÜ_ Logo (Internet)Wie sind Sie zu dieser Position als Präsident des BDÜ gekommen?

Die einfache Antwort auf diese Frage wäre, dass mich die Mitgliederversammlung des Verbandes in diese Funktion gewählt hat. Allerdings engagiere ich mich schon sehr lange in der Verbandsarbeit:  Ich bin seit 1993 Mitglied im BDÜ und habe zwei Jahre später meine „Karriere“ im Landesverband Berlin-Brandenburg begonnen, wo ich bis Januar 2009 in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Vorsitzender des Landesverbandes, tätig war. Ein paar Monate später wurde ich in den Bundesvorstand des Verbandes gewählt, habe mich dort insbesondere um die Bereiche des Dolmetschens und Übersetzens im juristischen Bereich sowie die Tätigkeit der angestellten Dolmetscher und Übersetzer gekümmert. Im April 2011 in Speyer wurde ich dann zum Präsidenten des BDÜ gewählt.

Können Sie uns etwas über die Petition zur Erhöhung der Honorare und Vergütungen der für die Justiz tätigen Dolmetscher und Übersetzer und Ihr Engagement dafür erzählen?

Der BDÜ und die anderen deutschen Berufsverbände kämpfen seit Jahrzehnten um eine auskömmliche Vergütung der Dolmetscher und Übersetzer – sowohl derjenigen, die für die Justiz tätig sind, als auch derjenigen, die in anderen Bereichen tätig sind. Wir haben in den letzten Jahren in Vorbereitung der Novelle des Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetzes (in dem Gesetz wird unter anderem die Vergütung von Dolmetschern und Übersetzern geregelt, die von den Justiz- und Strafverfolgungsbehörden hinzugezogen werden) unsere inhaltlichen Positionen erarbeitet und abgestimmt, unzählige Gespräche mit Ministerien und Abgeordneten geführt und immer wieder Argumentationen zur Untermauerung unserer einzelnen Positionen dargelegt.

Allein im Justizbereich ist die Vergütung für die freiberuflich tätigen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland gesetzlich geregelt, weshalb die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder hier besonders wichtig ist. Davon kann eine gewisse Signalwirkung für die gesamte Branche ausgehen..

Nachdem unsere Forderungen in den veröffentlichten Gesetzentwürfen nur unzureichend Berücksichtigung fanden, wurde nach weiteren Wegen der Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger gesucht und dabei erstmals auch eine e-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Aufgrund der mangelnden Erfahrung und der schwierigen Mobilisierung einer in Deutschland eher kleinen Branche bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz unzufrieden:  Immerhin haben 4.915 Mitzeichner die Petition unterstützt.
Darüber hinaus haben sich nach meiner Kenntnis erstmals in der Geschichte auch sehr viele einzelne Dolmetscher und insbesondere betroffene Übersetzer mit persönlichen Schreiben an Abgeordnete und Ministerien gewandt und so den Druck auf die Politik noch einmal erhöht.

Wir können in den letzten Jahren Fortschritte in der Wahrnehmung der Branchenvertreter durch die Politik verzeichnen. Inzwischen fragen Politiker aus eigener Initiative nach der Expertise unseres Verbandes, wenn es um unsere berufliche Tätigkeit geht. Erstmals wurde in der Person des BDÜ-Präsidenten auch ein Vertreter des Berufsstandes zu einer öffentlichen Anhörung im Bundestag geladen.

Die weiteren Beratungen des Bundestags zu dem Gesetzespaket am 16. Mai werden zeigen, inwieweit die Interessenvertretung für unsere Mitglieder Früchte getragen hat. Ich bin nach uns vorliegenden aktuellen Informationen zuversichtlich, dass die Ergebnisse dieser Arbeit im für den Frühsommer avisierten Gesetz für viele Kollegen zumindest eine spürbare Verbesserung der Vergütung bringen werden, auch wenn diese naturgemäß etwas hinter den durchaus hochgesteckten Zielen zurückbleibt und möglicherweise nicht alle zufriedenstellen wird.

Wie reagieren Sie als Verband auf die zunehmende Globalisierung und den dadurch entstehenden Druck auf die Preise?

Die Globalisierung der Wirtschaft bietet unserer Branche zunächst einmal auch viele Vorteile. Denn alle diejenigen, die etwas exportieren oder importieren wollen, müssen hierfür mit ihren ausländischen Partnern kommunizieren. Darüber hinaus müssen auch Verträge, Betriebsanleitungen und vieles andere mehr von einer Sprache in die andere übertragen werden. Dafür braucht man qualifizierte Kräfte, und alle Prognosen gehen davon aus, dass im Bereich der Sprachmittlung weiterhin ein jährliches Wachstum von 10% zu erwarten ist. Das ist die eine Seite. Aber natürlich nimmt mit der Globalisierung auch der Kampf um die Aufträge zu, so dass tatsächlich die Preise unter Druck geraten sind. Auf den deutschen Markt und dessen Preise hat dies allerdings nach eigenen Untersuchungen nur bedingt Einfluss. Die Honorarumfragen des BDÜ in den letzten Jahren zeigen eher stabile Preise bzw. leicht steigende Honorare.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Berufsverbandes gehört für uns die Information der Öffentlichkeit und insbesondere der potentiellen Auftraggeber über die Bedeutung der Qualität von Sprachdienstleistungen, die Möglichkeiten der Suche nach einem qualifizierten Sprachmittler, die Vorteile von hausinternen Sprachdiensten und die Gefahren von maschinellen Übersetzungen. Daneben legen wir im Verband großen Wert auf die Fortbildung unserer Mitglieder, vor allem im unternehmerischen Bereich.  Insgesamt bietet der BDÜ jährlich weit mehr als 250 verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen an. Als Verband haben wir festgestellt, dass diejenigen Kolleginnen und Kollegen am erfolgreichsten sind, die für sich eine klare Spezialisierung benennen können, sich mit dieser entsprechend auf dem Markt positionieren und ein unternehmerisches Bewusstsein haben. Daher arbeiten wir daran, die unternehmerischen Kompetenzen unserer Mitglieder beständig zu verbessern und sie auf ihrem Weg in die Spezialisierung zu unterstützen.

Was unternehmen Sie als deutscher Verband oder zusammen mit anderen Verbänden, damit sich Übersetzer besser auf dem internationalen Markt positionieren können?

Der BDÜ stellt seinen Mitgliedern zum Beispiel vielfältige Möglichkeiten eines allgemeinen bzw. kundengruppenspezifischen Marketings über die Online-Suche auf der Internetseite des Verbandes oder diverse Fachlisten von spezialisierten Dolmetschern und Übersetzern zur Verfügung. Andererseits verstärkt der Verband seine Angebote zur Fortbildung gerade auf dem Gebiet der unternehmerischen Basiskompetenz seiner Mitglieder. So wurden ihnen zum Beispiel im vergangenen Jahr zwei Reihen kostenfreier Webinare zu verschiedenen Themen wie Kalkulation, Angebotserstellung, Preisverhandlungen und ähnlichem angeboten.

Wie sehen Sie den deutschen Übersetzungsmarkt?

Auch wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister ist, so spielt der Export nach wie vor eine sehr große Rolle für die deutsche Wirtschaft. Daraus folgt natürlich auch ein hoher Übersetzungsbedarf, wobei der Zeitfaktor immer mehr zum entscheidenden Element wird. Denn oft müssen Übersetzungen von Handbüchern, Bedienungsanleitungen oder Webseiten in mehreren Sprachen zeitnah und gleichzeitig fertig sein.

Im Gegensatz zu den Übersetzungsmärkten mancher anderer Länder ist der deutsche Übersetzungsmarkt trotz dieser Anforderungen immer noch sehr stark fragmentiert, das heißt, es gibt sehr viele Einzel- oder Kleinstunternehmen und nicht ganz so viele große Unternehmen. Dies zeigt auch die Statistik, wonach von den laut Mikrozensus etwa 38.000 Dolmetschern und Übersetzern in Deutschland mehr als die Hälfte aller Übersetzer selbstständig tätig ist und alleine arbeitet. Aber gerade um auf die oben dargestellten Anforderungen aus der Wirtschaft qualifiziert reagieren zu können, wird es zunehmend notwendig sein, Netzwerke zu bilden und genau hierbei kann die im Verband mögliche Vernetzung den notwendigen Wettbewerbsvorteil bieten.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Übersetzer und Dolmetscher aus?

Natürlich habe ich keine Kristallkugel, in der ich die Zukunft sehen kann. Aber wohin die Reise in der Zukunft gehen wird, wurde bereits angesprochen. Wir gehen davon aus, dass der Markt der Sprachdienstleistungen bei fortschreitender Globalisierung weiterhin dynamisch wachsen wird. Damit wird sich die beschriebene Tendenz des wachsenden Termin- und Kostendrucks und somit eines zunehmenden Wettbewerbs fortsetzen.

Für die heutigen und zukünftigen Übersetzer und Dolmetscher wird es darauf ankommen, mit einer fundierten sprachlichen und translatorischen Ausbildung als qualifizierte Übersetzer und/oder Dolmetscher ihre Arbeit richtig machen zu können. Hinzu kommt die fachliche Spezialisierung, was auch das Prinzip des „Lifelong Learning“ mit einschließt. Und als Drittes ist die Bereitschaft zu nennen, entweder projektbezogen oder dauerhaft in multilingualen und leistungsübergreifenden Netzwerken zusammenzuarbeiten und das eigene unternehmerische Profil so dem Markt anzupassen, dass sie dem Kunden einen höheren Mehrwert anbieten und sich selbst ein auskömmliches Einkommen sichern können. Denn in einem Punkt bin ich mir sehr sicher: trotz der Tatsache, dass praktisch jeder irgendwie in Englisch kommunizieren können wird, und trotz immer besserer maschineller Übersetzungstools wird man IMMER diejenigen brauchen, die zuverlässig und kompetent zwischen zwei Sprachen und damit auch zwischen zwei Kulturen vermitteln können.

 

Europas bedeutendster Branchenevent für Healthcare IT beginnt in Berlin mit neuem Ausstellerrekord

Logo_conhIT_BerlinDienstag, den 09. April 2013 - Mit 320 Ausstellern aus 14 Ländern öffnet am Dienstag, 9. April, die conhIT in Berlin ihre Tore auf dem Messegelände unter dem Funkturm. An drei prall gefüllten Veranstaltungstagen können sich die Teilnehmer auf Europas bedeutendstem Branchenevent für Healthcare-IT umfassend über die neuesten IT-Lösungen für das Gesundheitswesen und die aktuellen Trends der Branche informieren. Die Zahl der Aussteller ist gegenüber der Vorjahresveranstaltung um 18 Prozent gewachsen. Damit übertrifft die conhIT die Spitzenwerte der letzten Veranstaltung und erzielt einen neuen Ausstellerrekord.

Etwa 6.000 Fachbesucher werden in Berlin erwartet. Schirmherr der conhIT 2013 ist Daniel Bahr, Bundesminister für Gesundheit.

“In Berlin begegnet die Branche der gesamten Bandbreite der Healthcare IT. Ob Fort- und Weiterbildung in Kongress und Akademie, Produktschau auf der Industrie-Messe oder intensiver Austausch im Rahmen der Networkingveranstaltungen – auf der conhIT finden Besucher und Aussteller alle Angebote, die heute wichtig sind”, erläutert Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e. V. Der Verband hatte die conhIT 2008 als Branchentreff initiiert.

conhIT international – Belgien ist Partnerland
Neben Unternehmen aus Europa sind auch Aussteller aus Taiwan, Korea, Israel und den USA angereist. Mit Belgien hat die conhIT in diesem Jahr auch wieder ein offizielles Partnerland. Mehr als 20 belgische Unternehmen präsentieren ihre innovativen e-Health-Projekte in Berlin. Darüber hinaus bereichert Belgien auch mit einer eigenen Kongress-Session, verschiedenen Networking-Events und zahlreichen weiteren Veranstaltungen die conhIT.

Als politische Repräsentanten des Partnerlandes Belgien nehmen der Ministerpräsident der Flämischen Regierung Kris Peeters und der belgische Botschafter Renier Nijskens an der conhIT teil. Auch der Flämische Gesundheitsminister Jo Vandeurzen wird die Veranstaltung besuchen und Teil einer mehrköpfigen offiziellen Delegation aus Flandern sein.

“Die conhIT hat mit einer Internationalität von 21 Prozent den Anteil der ausländischen Aussteller gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Mit Belgien als Partnerland und Fachbesuchern aus allen Teilen der Welt unterstreicht die conhIT eindrucksvoll ihre Position als Leitveranstaltung für Healthcare IT”, so Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin.

Alle Innovationen der Healthcare IT auf einen Blick
Die conhIT ist das Schaufenster für Gesundheits-IT. Alle Marktführer und zahlreiche etablierte Mittelständler zeigen, mit welchen neuen IT-Lösungen die Patientenversorgung und das Gesundheitswesen von morgen effizienter gestaltet und qualitativ verbessert werden können. Auf 12.000 Quadratmetern bekommen die Besucher der Industrie-Messe einen kompletten Marktüberblick über die Produkte und Services der Healthcare IT-Branche. Das gibt es in so komplexer und zugleich konzentrierter Form nur auf der conhIT in Berlin.

Auch innovative Startups nutzen die Marketingchancen der Industrie-Messe, genau wie die zahlreichen Fachverbände, Consultants, Forschungseinrichtungen Hochschulen und Berater. Die beiden Bereiche Medizintechnik und Telematik haben sich in diesem Jahr noch weiter auf der Messe etabliert. Mit speziellen Themenführungen wird der Blick für Topthemen der Industrie-Messe, wie beispielsweise Mobilität und Interoperabilität, geschärft.

Kongress, Akademie und Networking
Mit 13 Kongress-Sessions, vier Akademie-Seminaren und 99 Networking-Events übertrifft die conhIT 2013 bei weitem das Veranstaltungsprogramm der vergangenen Jahre. Auch die fachliche Qualität stimmt, die Liste der insgesamt 90 Referenten liest sich wie das Who-is-Who der Branche. Usability und Mobility, Health Data Analytics oder Datensicherheit sind nur einige der vielen Themen, die auf der conhIT zur Auswahl stehen. Das heißt: Um den Wissensdurst zu stillen und sich auf professionellem Niveau über topaktuelle Themen der Branche auszutauschen – genau dafür bietet die conhIT allen Brancheninsidern exzellente Möglichkeiten.

Aussteller und Fachbesucher haben auch am Nachmittag vielfältige Gelegenheiten, themenspezifisch miteinander ins Gespräch zu kommen oder gemeinsame Ideen zu entwickeln und Geschäfte anzubahnen. Die Angebots-Palette des Networkingprogramms ist bunt und reicht von Workshops über Krankenhausexkursionen bis zu Match-Making-Sessions und Abendveranstaltungen in lockerer Atmosphäre.

Ab sofort können sich conhIT-Teilnehmer die kostenlose conhIT-App im Google Play und App Store herunterladen. Mit der App können Veranstaltungen nach Tagen und Zeitfenstern sowie Kategorien gefiltert und zum Smartphone-Kalender hinzugefügt werden.

Karriereplattform conhIT
Die zunehmende Nachfrage nach IT-Lösungen im Gesundheitswesen führt auch zu einem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Sowohl für die IT-Hersteller als auch für die Krankenhaus-IT-Abteilungen bietet die conhIT beste Chancen, sich als attraktiver Arbeitgeber vorzustellen, ob live vor Ort oder auch im “conhIT-Karriere Guide”. Neben speziellen Angeboten für Studierende, die sich über Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in der Branche informieren möchten, gibt es eine große Jobbörse und ein Karriere-Get-Together, zu dem alle conhIT-Teilnehmer eingeladen sind. Am 10. April, dem “conhIT-Recruiting Day”, finden zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Karriere statt, darunter der Karriere-Worskhop mit anschließender Verleihung des conhIT-Nachwuchspreises für die beste Abschlussarbeit zum Thema Healthcare IT.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in 2012 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT 2013 wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

www.conhit.de

Interoperabilität: Gemeinsamer Standard für elektronische Patientenakten

Logo_conhIT_BerlinMittwoch, den 03. April 2013 - Mit der Vorstellung der Spezifikation 2.0 der Elektronischen FallAkte (EFA) und des IHE-Cookbook legt die deutsche Gesundheits-IT-Branche bei der conhIT 2013 das Fundament für einen breiten Einsatz übergreifender elektronischer Patientenakten in Deutschland. Künftig können Anwender elektronische Akten unterschiedlicher Ausprägung nutzen, bei denen zukunftssichere Standards zum Einsatz kommen. So wird nicht nur ein sicherer Austausch von Patientendaten gewährleistet, sondern auch Investitionssicherheit für Anwender und Hersteller erreicht.

Elektronische Patientenakten, die dem Austausch von Patientendaten im Rahmen regionaler oder überregionaler Versorgungsnetze dienen, werden in Deutschland bisher nur punktuell genutzt. Ein Grund dafür ist, dass es bis dato keine einheitlichen technischen Standards für solche Akten gab, was den Anwendern die Auswahl einer geeigneten Lösung und den Herstellern die Entwicklung von Produkten erschwert hat. Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei. Bei der conhIT 2013 wird erstmals die neue EFA-Spezifikation 2.0 vorgestellt, die technische Hürden bei der Umsetzung von IT-gestützten übergreifenden Versorgungsszenarien im deutschen Gesundheitswesen beseitigt.

Die EFA-Spezifikation 2.0 berücksichtigt IHE-Profile und die darin niedergelegten Standards und genügt damit den internationalen Anforderungen an standardisierte Gesundheits-IT-Lösungen. Sie ist das Ergebnis einer wegweisenden Kooperation von Anwendern, Herstellern und Informatikexperten. Beteiligt waren der Verein Elektronische FallAkte, Fraunhofer FOKUS, IHE Deutschland und die AG Interoperabilität des Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V.

Neben der EFA wurden zwei andere Aktentypen bearbeitet, die auf derselben Basis – IHE – beruhen: die Persönliche Elektronische Patientenakte (PEPA) und die einrichtungsübergreifende Elektronische Patientenakte (eEPA). Niedergelegt sind alle drei Spezifikationen im “IHE-Cookbook – Aktenbasierte, einrichtungsübergreifende Bild- und Befundkommunikation”, das ebenfalls auf der conhIT präsentiert wird.

Bessere Akzeptanz, höhere Investitionssicherheit
Die Elektronische FallAkte in ihrer bisherigen Version geht auf eine Initiative der deutschen Krankenhäuser zurück. Sie gilt als die derzeit am meisten eingesetzte elektronische Patientenakte in medizinischen Versorgungsnetzen in Deutschland. “Die Fallakte ist zweckgebunden und damit zugeschnitten auf den Einsatz in spezifischen Behandlungskontexten. Sie erlaubt es, in einem solchen Rahmen unter strenger Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben effizient Daten auszutauschen”, betont Dr. Jörg Caumanns vom Competence Center E-Health am Fraunhofer FOKUS.

Dass die EFA jetzt IHE-konform vorliegt, hat Vorteile für Anwender und Hersteller gleichermaßen. “Von Anwenderseite ist entscheidend, dass Patientenaktenlösungen keine Eintagsfliegen sind. Die Standardisierung der EFA erhöht die Akzeptanz bei Herstellern, Politik und Verbänden und trägt damit zur langfristigen Etablierung dieses Aktentyps bei. Das gibt den Anwendern die Sicherheit, die sie bei der Investitionsentscheidung für eine neue IT-Lösung benötigen”, betont Volker Lowitsch, CIO des Universitätsklinikums Aachen und Vorsitzender des Vereins Elektronische FallAkte.

Die Telematikinfrastruktur im Blick
Auch herstellerseitig bedeutet die Migrierung der EFA in Richtung IHE mehr Berechenbarkeit: “Der Einsatz internationaler Standards und die Tatsache, dass unterschiedliche in Deutschland übliche Aktentypen jetzt technisch kompatibel sind, werden dazu führen, dass Unternehmen sehr viel eher bereit sind, in entsprechende Module ihrer IT-Systeme zu investieren. Die EFA wird dadurch auch für den internationalen Markt interessant. Letztlich wird das nicht nur die Zahl der verfügbaren Patientenaktenlösungen erhöhen, sondern auch den Nutzerkomfort”, sind sich die im EFA-Projekt engagierten Vertreter des bvitg e. V. – Vorstand Jörg Holstein und die Leiter der AG Interoperabilität, Dr. Ralf Brandner, Olaf Dörge und Dr. Frank Oemig, sicher.

Zukunftssicher sind die EFA und die anderen im IHE-Cookbook niedergelegten Aktentypen auch deswegen, weil sie schon heute die im Aufbau befindliche Telematikinfrastruktur im Blick haben. So gibt es eine enge Kooperation zwischen der Elektronischen FallAkte und der für die elektronische Gesundheitskarte zuständigen gematik. “Seitens des bvitg setzen wir uns mit Nachdruck dafür ein, dass das gemeinsam geschaffene Aktenkonzept für einen Einsatz im Rahmen der Telematikinfrastruktur geeignet ist. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund mehr, in Vernetzungsszenarien Patientenaktenlösungen einzusetzen, die nicht den jetzt vorgelegten Standards genügen”, betont Andreas Kassner, der das Projekt für IHE Deutschland und bvitg begleitet hat.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen
Entscheidend wird sein, dass die technischen Standards von Anwendern und Herstellern nun mit Leben gefüllt werden. So können EFA-Provider auf Basis der FallAkte Services für typische intersektorale Kommunikationsabläufe entwickeln, beispielsweise klinische Pfade oder Dienste zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Auch die Entwicklung kreativer Geschäftsmodelle steht bisher erst in den Startlöchern. “Das Interesse der Anwender an FallAkten ist jedenfalls enorm gewachsen. Dadurch entsteht die nötige Dynamik. Zusätzlich müssen Politik und Selbstverwaltung die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die von allen gewünschten regionalen Versorgungsnetze auch betriebswirtschaftlich arbeiten können”, sind sich alle Beteiligten einig.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie Ärzte, Ärztenetze und MVZs, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in 2012 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT 2013 wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

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Übersetzungen: Auswahl der Dienstleister, Arbeitsabläufe, Qualitätskontrolle

“Sie können doch ausländisch? Sie organisieren unsere Übersetzungen.” – Dies ist in überspitzter Form die Aussage, die wir in Gesprächen mit unseren Kunden immer wieder hören, wenn sie uns erzählen, wie ihnen die Aufgabe des Übersetzungsmanagements in ihren Unternehmen “zugeteilt” wurde. Und dann beginnen die Probleme:

• wo finde ich einen geeigneten Dienstleister (Freiberufler oder Übersetzungsagentur)?
• nach welchen Kriterien kann ich die Eignung überprüfen?
• welche Arbeitsabläufe gibt es in der Übersetzungsbranche?
• was muss ich tun, um ein Übersetzungsprojekt vorzubereiten bzw. dessen ordnungsgemäßen Ablauf zu überwachen?
• wie kann ich die Qualität kontrollieren?
• was kostet das eigentlich?
• usw.

Auf all diese Fragen werden wir in unserem Webinar für Endkunden eingehen. Nach dem Webinar werden Sie in der Lage sein, zielgerichtet einen Dienstleister (Freiberufler oder Übersetzungsagentur) für Ihre jeweiligen Übersetzungsanforderungen zu finden, Projekte zu planen, budgetieren und durchzuführen. Der unbeliebte Job, bei dem man in der Vergangenheit viel zu häufig Kritik wegen zu hoher Kosten, verspäteter Lieferung oder mangelhafter Qualität einstecken musste, wird plötzlich eine transparente Aufgabe, ohne irgendwelche versteckten Minenfelder.

Datum: 23. April 2013 um 14h00
Dieses Webinar ist gratis.
Alle Infos und Anmeldung: hier

Ressourcenmanagement im Krankenhaus: Potenziale längst noch nicht ausgeschöpft

Logo_conhIT_BerlinFreitag, den 08. März 2013 - Was modernes Ressourcenmanagement im Krankenhaus leisten kann, lässt sich am besten am Beispiel der OP-Planung ablesen: “Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan”, sagt Angelika Händel vom Universitätsklinikum Erlangen. “In vielen Kliniken können die am Prozess beteiligten Mitarbeiter heute jederzeit sehen, wie die aktuelle OP-Auslastung ist, was der Stand bei einzelnen Operationen ist und wann der nächste Patient eingeschleust werden kann.” Auch die Bestellung von OP-Materialien und die Belegungsplanung sind ohne IT-Unterstützung kaum noch denkbar.

Dass gerade der Operationstrakt in Sachen IT-gestütztes Ressourcenmanagement ein Vorreiter ist, wundert nicht: “Ein leerstehender Operationssaal kostet mehrere tausend Euro pro Stunde. Das wollen sich die Krankenhäuser in Zeiten, in denen viele von ihnen an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit agieren müssen, nicht leisten”, betont Dr. Christoph Seidel, CIO am Klinikum Braunschweig. Zusammen mit Angelika Händel, die auch als Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes Medizinischer Dokumentare (DVMD) aktiv ist, hat Seidel, u.a. Vorsitzender des Compentence Centers für die Elektronische Signatur im Gesundheitswesen (CCESigG), auf der conhIT 2013 den Vorsitz einer Kongress-Session zum Thema Ressourcenmanagement übernommen.

Multidimensionales Ressourcenmanagement bringt maximalen Nutzen
Effizienzreserven bei der Ressourcenplanung schlummern auch jenseits des Operationstrakts – nur sind sie da bisher noch längst nicht überall mobilisiert. “Generell kann man sagen, dass das IT-gestützte Ressourcenmanagement an den Stellen gut funktioniert, wo es darum geht, aus dem klinischen Informationssystem einen Auftrag auszulösen, beispielsweise für eine radiologische Untersuchung”, so Seidel. Diese Aufträge werden um medizinische Informationen ergänzt und an die Bestellung eines Patiententransports gekoppelt. In vielen Kliniken ist das ein effizienter und automatisierter Prozess.

Wenn es allerdings darum geht, komplexe Planungsprozesse mit IT-Unterstützung zu organisieren, stoßen viele Krankenhäuser rasch an Grenzen: “Sobald bei der Planung mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden müssen, die vielleicht auch noch in unterschiedlichen Abteilungen angesiedelt sind, wird es schwierig. Mit einer solchen multidimensionalen Herangehensweise sind die meisten IT-Systeme derzeit noch überfordert”, so Händel.

Beispiele dafür gibt es viele. Ein krankenhausweites Terminmanagement steht auf der Wunschliste zahlreicher Klinik-CIOs ganz weit oben. Dafür müssten Informationen aus ganz unterschiedlichen IT-Systemen berücksichtigt werden – im Alltag oft ein Wunschtraum, insbesondere dann, wenn die Systeme nicht vom gleichen Hersteller kommen. “Wir haben im Kliniksektor mit HL7 einen hervorragenden Standard bei der Kommunikation von Information. Was wir aber nicht haben, sind übergreifende Standards für das Ressourcenmanagement”, betont Seidel.

Effizienz ist auch im Interesse des Patienten
Die Industrie ist sich dieser Defizite bewusst, wie Andreas Kassner vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. betont: “Die Komplexität des Klinikalltags führt dazu, dass der Mensch in vielen Fällen noch immer als Schnittstelle herhalten muss. Es gibt deswegen sicher einen Bedarf nach mehr Standardisierung. Die Krankenhäuser sollten hier mit den Herstellern in den Dialog treten und konkrete Verbesserungsvorschläge machen.”

Klar ist: Ein effizientes Ressourcenmanagement im Krankenhaus spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven. “Bei guter Ressourcenplanung muss es einfach nicht sein, dass Patienten den ganzen Tag auf eine Operation warten oder sich in der Ambulanz die Beine in den Bauch stehen”, so Händel. Zwar ist ein Krankenhaus keine Automobilfabrik. “Aber es sollte mit IT-Unterstützung schon möglich sein, auch das Unplanbare zumindest in gewissen Grenzen planbar zu machen.”

Mehr zum Thema auf der conhIT 2013
Am conhIT-Donnerstag, dem 10. April 2013, berichten Experten in der Kongress-Session 7 “Ressourcenmanagement” in mehreren Vorträgen über aktuelle Erfahrungen aus der Krankenhauspraxis.

Auch im niedergelassenen Bereich profitieren Leistungserbringer und Patienten von Tools zur Optimierung des Praxisbetriebes, etwa durch die Online-Terminvergabe. Diesem Thema widmet sich, ebenfalls am 10. April 2013, das conhIT-Forum “focus Online-Services von Ärzten für Patienten”.

Interessierte, die sich schon vor der conhIT über Produkte und Dienstleistungen aus dem Themengebiet informieren möchten, können über den conhIT-Virtual Market Place nach entsprechenden Ausstellern suchen und bei Bedarf schon jetzt einen Gesprächstermin auf der Industrie-Messe vereinbaren.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie Ärzte, Ärztenetze und MVZs, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT-bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in den vergangenen Jahren zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

http://www.conhit.de

conhIT-Programmflyer zeigt Branchenevent für Healthcare IT auf einen Blick

Logo_conhIT_BerlinDienstag, den 12. Februar 2013 – Egal ob ausstellendes Unternehmen oder Brancheninsider – die erfolgreiche Teilnahme an einem vielseitigen und hochwertigen Branchenevent will gut organisiert und geplant sein. Dafür ist vor allem eins von zentraler Bedeutung: ein umfassender und kompakter Überblick über alle Veranstaltungen, Angebote und Highlights des Events. All diejenigen, die frühzeitig mit den Planungen für die vom 9. bis 11. April stattfindende “conhIT – Connecting Healthcare IT” beginnen möchten, können jetzt damit starten. Der gerade veröffentlichte detaillierte Programmflyer zeigt auf einen Blick, was Besucher und Aussteller auf Europas größter Veranstaltung, die auch 2013 unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr steht, rund um das Thema Healthcare IT erwartet.

Der Flyer enthält einen vollständigen Überblick über alle Veranstaltungselemente, die die conhIT-Industrie-Messe (2013 mit über 270 Ausstellern auf 12.000 qm Ausstellungsfläche) inhaltlich ergänzen und bereichern. Dazu gehören detaillierte Informationen zu den Vorträgen im conhIT-Kongress und zu den Akademieseminaren, die zeitlich versetzt von der Industrie-Messe täglich am Vormittag stattfinden.

Darüber hinaus informiert der Programmflyer über zahlreiche Formate am Nachmittag, die im Rahmen des Networking realisiert werden und weiteren Raum für Austausch und Diskussion bieten.

Dazu gehören beispielsweise spezielle Programmschwerpunkte für niedergelassene Ärzte und beruflich Pflegende am conhIT-Dienstag bzw. -Mittwoch, Exkursionen in nahe gelegene Krankenhäuser, Themenführungen über die Industrie-Messe, Podiumsdiskussionen, Workshops sowie verschiedene Angebote unter dem Titel “conhIT-Karriere-Highlights”. Arbeitsgruppen des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e. V. werden zudem einige der spannendsten Themen des Jahres in den neu entwickelten bvitg-Foren “focus Healthcare IT” vorstellen, die Besucher und Aussteller zur Diskussion mit ausgewiesenen Branchenexperten einladen. Auch Belgien, das Partnerland der conhIT 2013, lädt auf verschiedenen Veranstaltungen dazu ein, belgische Geschäfts- und Kooperationspartner kennen zu lernen.

Der conhIT-Programmflyer steht ab sofort online unter www.conhit.de zum Download bereit. Noch bis zum 28. Februar können sich Besucher online ein kostenloses Messeticket sichern.

conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie Ärzte, Ärztenetze und MVZs, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT-bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 270 Ausstellern und rund 5.300 Besuchern in den vergangenen Jahren zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT 2013 wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.